Einführung von Portalpraxen 

Entlastung für Notfallambulanz geplant

Landkreis  Notfallambulanzen sollen entlastet werden.  geplant Kassenärzte wollen von ihnen betriebene Praxen an den Krankenhäusern einführen.

Niedergelassenen Ärzte hierzulande schlagen Alarm. Weil die Kassenärztliche Vereinigung (KV) vom Bund angehalten ist, sogenannte Portalpraxen an Krankenhäusern zu installieren, drohen ihnen Einbußen. Mit der Neuregulierung des ärztlichen Notdienstes geht im Landkreis aber auch ein Pilotprojekt einher: ein Fahrdienst für Ärzte im Notdienst.

Von politischer Seite werden sogenannte Portalpraxen an Krankenhäusern gewollt, für die die KV den Weg bereiten soll. In solchen Praxen versorgen dann im Krankenhaus angestellte Ärzte Patienten am Wochenende und an Feiertagen. Aber genau das wollen die niedergelassenen Ärzte nicht, weil die Kosten hierfür auch ihnen aufgedrückt werden sollen. Stattdessen bieten sie sogenannte Bereitschaftspraxen an, die ebenfalls an ein Krankenhaus angedockt sein können, die aber von niedergelassenen Ärzten betrieben werden.

In Landsberg ist das längst Usus, an der Schongauer Klinik soll ein solches Angebot laut Krankenhausverwalter Thomas Lippmann im Frühjahr nächsten Jahres starten. In Weilheim konnten sich die niedergelassenen Ärzte bislang noch nicht einigen.

Besagte Praxen wären laut Dr. Helga Holzfurtner, Allgemeinärztin in Reichling und Mitglied der AG „Südbayerischer Ärztenetze“, eine Ergänzung des bestehenden ärztlichen Notdienstes am Wochenende, der beibehalten werden soll. Allerdings werden die Regionen der dort zusammengeschlossenen niedergelassenen Ärzte vergrößert, so dass viele Mediziner künftig weniger Dienst am Wochenende schieben müssen, dafür aber auch weitere Strecken fahren müssen.

Der Leiter des Gesundheitsamts und Vorsitzende des ärztlichen Kreisverbands, Dr. Karl Breu, spricht von einem „derzeit sehr heiß diskutierten Thema bei uns im Kreis“, wenn er auf die Notdienste zu sprechen kommt. Patienten, die die Bereitschaftsnummer 116 117 wählten, seien zunehmend ungeduldiger geworden, landeten deshalb auch mit teilweise leichteren Beschwerden in der Krankenhaus-Ambulanz. Dazu Breu: „Die Ärzte dort werden aber oft für wichtigere Behandlungen gebraucht, für die sie dann nicht zur Verfügung stehen.“ Außerdem werde die Notaufnahme im Krankenhaus durch diesen Ansturm bis an und auch über die Belastungsgrenze hinaus gebracht.

Deshalb seien jetzt die niedergelassenen Ärzte gefordert, diese Arbeit zu übernehmen. Im Nachbarlandkreis Landsberg funktioniere dies bereits ausgezeichnet. Breu: „Ich wünsche mir solche Bereitschaftspraxen, weil die Kliniken dann nicht mehr mit Bagatellfällen eingedeckt werden.“ Das sieht auch Krankenhausgeschäftsführer Thomas Lippmann so. Die Schongauer Bereitschaftspraxis soll im Frühjahr im Bereich der Notaufnahme installiert werden.

Der Landkreis ist außerdem Pilotprojekt für einen neuen Fahrdienst. Ärzte werden von einem Fahrer zu den jeweiligen Patienten chauffiert, wenn sie nicht selbst fahren wollen.

Stephan Penning

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