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Krank im Bett bleiben müssen aktuell auch viele Landkreisbürger (Symbolfoto).

Erkältungswelle im Landkreis

Schüler trifft es genauso wie Banker

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 Wer gerade mit Grippe, einer starken Erkältung oder einem Magen-Darm-Infekt das Bett hüten muss, der hat im Landkreis viele Leidensgenossen. Eine Krankheitswelle sorgt für gelichtete Reihen in Klassenzimmern und Betrieben.

Landkreis – Die „Vereinigten Sparkassen“ in Weilheim taten sich am Donnerstag nicht leicht, Auskunft über den Krankenstand in ihrem Haus zu geben: Denn auch in der zuständigen Personalabteilung fehlten krankheitsbedingt Mitarbeiter. „Insgesamt ist eine erhöhte Ausfallquote auch wegen Erkältungskrankheiten und teilweise echter Influenza zu verzeichnen“, teilte Roland Jeckle, Leiter „Personal und Organisation“ bei den „Vereinigten Sparkassen“, dann mit. Von einer „Grippewelle“ im Unternehmen will er aber nicht sprechen. Manche Mitarbeiter wurden seit Jahresbeginn allerdings schon mehrfach krank.

„Wir haben sehr, sehr viele kranke Schüler“, sagte Beate Sitek, Leiterin des Gymnasiums in Weilheim. 71 Schülerinnen und Schüler sind dort allein am Donnerstag neu krank gemeldet worden (bei einer Schülerzahl von insgesamt etwa 1300). Dazu kommen Kinder und Jugendliche, die bereits länger fehlen.

Ein Rekord sind die 71 Krankmeldungen aber nicht, wie bei der Schulverwaltung zu erfahren war. Vor Weihnachten gab es bis zu 120 neue Krankmeldungen am Tag, im Januar und Anfang Februar waren es ebenfalls teilweise über 100.

Auch die Lehrer blieben von der Krankheitswelle nicht verschont. In jüngster Zeit hätten bis zu sieben Lehrkräfte krankheitsbedingt gefehlt, berichtet Sitek. „Wenn so viele Lehrer ersetzt werden müssen, macht sich das sehr bemerkbar“, so die Schulleiterin – obwohl die Lehrerschaft am Gymnasium mit über 120 Lehrerinnen und Lehrern vergleichsweise groß ist.

Wegen echter Grippe, aber auch wegen grippalen Infekten und Norovirus-Erkrankungen (die mit akuten Magen-Darm-Problemen verbunden sind) kommen viele Patienten aktuell in die Praxis von Dr. Alexander Schießler in Weilheim. Bei ihm herrscht nicht nur in den regulären Sprechstunden reger Betrieb. „Auch in der Notfallsprechstunde um die Mittagszeit ist viel los, mehr als gewöhnlich“, sagt der Internist und Vorsitzende des Weilheimer Hausärztekreises. Sein Praxisteam sei von der Krankheitswelle auch betroffen. Die Grippewelle, die diesmal durch tendenziell längere Krankheitsverläufe gekennzeichnet sei, macht sich nach Schießlers persönlichem Eindruck deutlich stärker bemerkbar als in den vergangenen Jahren.

Apothekersprecher Dr. Wolfgang Kircher, der in Peißenberg die „St. Ulrich-Apotheke“ betreibt, hat zwar selbst kein höheres Maß an Influenza-Erkrankungen als in den Vorjahren festgestellt, die Erkältungswelle ist aber nach seiner Erfahrung deutlich spürbar. Immer wieder klagten Kunden, dass Erkältungen unverhältnismäßig lange andauern, sagt Kircher. Das gelte vor allem für Bronchitis-Erkrankungen.

Kircher hat beobachtet, dass es seinen Kunden relativ häufig darum geht, schnell wieder fit zu sein statt sich über längere Zeit auszukurieren. Berufliche Gründe spielten dabei eine Rolle. „Da spiegelt sich ein bisschen unser Gesellschaft“, so der Apothekersprecher.

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