Hühner geraten durch die näher rückende Geflügelpest in Gefahr (Symbolfoto).
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Hühner geraten durch die näher rückende Geflügelpest in Gefahr (Symbolfoto).

Toter Schwan aufgefunden

Fall bei den Nachbarn: Geflügelpest vor den Toren des Landkreises Weilheim-Schongau

  • Barbara Schlotterer-Fuchs
    vonBarbara Schlotterer-Fuchs
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Die Geflügelpest steht vor den Toren des Landkreises Weilheim-Schongau: In Apfeldorf, also nur ein paar Kilometer von der Landkreisgrenze entfernt, ist ein Fall von Geflügelpest offiziell nachgewiesen worden.

Landkreis – Auch die Geflügelhalter in Weilheim-Schongau sind deshalb in Hab-Acht-Stellung. Das bestätigt der Leiter des Veterinäramts Weilheim-Schongau, Jens Lewitzki, auf Anfrage. Im Landkreis Landsberg indes gilt seit Mittwoch für jegliche Geflügelhalter die Stallpflicht.

Am Dienstag hatte das Landratsamt Landsberg den Ausbruch der „Hochpathogenen Aviären Influenza“ (Geflügelpest) bei Wildvögeln amtlich festgestellt. Bei einem an der Lechstaustufe in Apfeldorf tot aufgefundenen Schwan wies das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) das H5N8-Geflügelpestvirus nach. An den großen Wasserflächen des Landkreises Landsberg sowie Ammersee überwintern Jahr für Jahr viele Wasservögel. Der Leiter des Veterinäramtes Landsberg, Michael Veith, geht deshalb davon aus, „dass das Virus sich bereits in der Umgebung ausgebreitet hat. Kontakte von Hausgeflügel mit Wildvögeln, insbesondere wildlebenden Wasservögeln, müssen unbedingt verhindert werden.“

Die gute Nachricht: Bei den derzeit kursierenden Virustypen H5N8, H5N5 und H5N3 wurde bisher keine Übertragung auf den Menschen oder auf andere Tiere festgestellt. Das betont auch der Weilheimer Veterinäramtschef Lewitzki. Trotzdem gilt insbesondere für Hunde- oder Katzenhalter: Der Kontakt mit Kadavern sollte vermieden werden. Die Veterinärämter weisen darauf hin, erkrankte Wildvögel nicht anzufassen und nicht mitzunehmen. Stattdessen sollen verendete oder erkrankte Vögel jeder Art sowie Häufungen von Totfunden und Erkrankungen gemeldet werden.

Zirka 1000 Geflügelhalter sind im Landkreis Weilheim-Schongau registriert, erklärt Veterinäramtsleiter Lewitzki. Seit in Bayern der Erreger H5N8 Ende November erstmals bei Stockenten im Landkreis Passau nachgewiesen wurde, sind sie gewarnt. Allerdings: „Uns liegen aktuell keine Meldungen über verendete Wildvögel im Landkreis vor“, so Lewitzki. Auch im Nutzgeflügelbereich gebe es derzeit keine Anhaltspunkte für ein Auftreten der Erkrankung. Aber: „Es ist sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis auch in unserem Landkreis erste Fälle zu erwarten sind“, so Lewitzki.

Je nach Entwicklung der Situation und einer damit einhergehenden Änderung der Risikobewertung könne es auch im Landkreis Weilheim-Schongau „kurzfristig zu einer Stallpflicht für alle Geflügelhaltungen kommen“, hält sich der Veterinär weitere Maßnahmen offen. In den vergangenen Wochen und Monaten hat man hierzu gezielte Vorbereitungen getroffen. Unter anderem sei eine landkreisspezifische Risikobewertung für den Fall des Auftretens der Erkrankung im Landkreis erstellt worden. Auch am bayernweiten Wildvogelmonitoring ist der Landkreis beteiligt. Schon jetzt gilt für alle Geflügelhalter: Die Maßnahmen zur „Biosicherheit“ müssen erhöht werden. Dabei geht es um die sichere Handhabung und Eindämmung von infektiösen Mikroorganismen. Gerade auf größeren Betrieben seien schon hohe Hygiene- und Sicherheitsstandards etabliert, so Lewitzki.

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