Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück

Ministerpräsident Sellering tritt von allen Ämtern zurück
+
Viele Fehlalarme – wie hier im Januar bei einem Betrieb in Forst-St. Leonhard – bereiten der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim Probleme. 

Feuerwehren im Landkreis

Alarm, Alarm! – Nein, Fehlalarm.

Landkreis - Sehr häufig rücken die Feuerwehren im Landkreis  aus, ohne eingreifen zu müssen. Zum Beispiel, weil ein Feuer schon gelöscht wurde.

Es kommt immer wieder vor: Die Feuerwehr rückt aus und muss dann feststellen, dass es für sie gar nichts zu tun gibt – zum Beispiel, weil ein Feuer schon gelöscht wurde, aber oft auch, weil eine Brandmeldeanlage einen Fehlalarm ausgelöst hat.

Bei der Freiwilligen Feuerwehr Weilheim spielten solche Alarme im vergangenen Jahr eine besonders große Rolle. Bei 159 Alarmierungen wurde sie zu Brandeinsätzen oder technischen Hilfeleistungen gerufen. In fast der Hälfte der Fälle (77) handelte es sich Fehlalarme und um andere Fälle, bei denen die Wehr dann doch nicht gebraucht wurde, wie Kommandant Konrad Bischel erklärt.

Bischel ist seit rund 40 Jahren bei der Feuerwehr und erinnert sich: „Anfangs, wenn wir ausgerückt sind, dann war in etwa 95 Prozent der Fälle was zu tun.“ Heute sei das anders. Besonders eklatant war der Anteil von Alarmierungen, bei denen es nichts zu tun gab, 2015 im Bereich „Brandeinsätze“: 75-mal wurde die Feuerwehr Weilheim gerufen – aber nur in 21 Fällen wurde sie wirklich aktiv. Zweimal, so Bischel, handelte es sich um einen Irrtum, 42-mal um Fehlalarme von Brandmeldeanlagen, und zehnmal war das Feuer schon aus, als der Löschtrupp eintraf.

Dass der Verursacher eines Fehlalarms grundsätzlich für den Einsatz bezahlen muss, davon hält Bischel nichts: „Es besteht die Gefahr, dass sich keiner mehr anzurufen traut und es zu verzögerter Hilfeleistung kommt.“ Lösen Brandmeldeanlagen irrtümlich einen Alarm aus oder meldet jemand ein Feuer, um sich einen Spaß zu machen, wird er in Weilheim allerdings schon jetzt zur Kasse gebeten.

Die Zahl der Fehlalarme, die von Brandmeldeanlagen ausgelöst wurden, war in Weilheim 2015 teils mehr als doppelt so hoch als in den Jahren davor. Ob es sich nur um einen Ausreißerwert handelt, vermag Kommandant Bischel nicht einzuschätzen.

Eine der Ursachen für den Anstieg der eigentlich überflüssigen Alarmierungen sieht er in der veränderten Alarmierungsstruktur: Früher sei der Notruf bei der Polizei eingegangen, und diese habe, „wenn ihr etwas spanisch vorkam“, schon mal eine Streife losgeschickt, um zu kontrollieren, ob wirklich ein Feuerwehreinsatz nötig ist.

Belastung für die Feuerwehrleute

Eine solche Möglichkeit – die auch mit der Gefahr einer verzögerten Hilfe verbunden sei – habe der Disponent in der heute zuständigen Rettungsleitstelle nicht.

Von Fehlalarmen sind auch andere Feuerwehren im Landkreis betroffen – so die Freiwillige Feuerwehr Schongau, die im vergangenen Jahr allein fünfmal zur Firma „Hoerbiger“ ausrückte, weil eine Brandmeldeanlage einen Fehlalarm ausgelöst hatte. „Es ist schon eine Belastung für unsere Feuerwehrleute, wenn sie nach einer Alarmierung fluchtartig ihren Arbeitsplatz verlassen und zum Einsatz ausrücken, um dann wenig später feststellen zu müssen, dass es sich um einen Fehlalarm handelt“, sagt der Kommandant der Feuerwehr Schongau, Werner Berchtold.

So weit wie in Ebersberg – dort muss der Verursacher pro Fehlalarm-Einsatz und pro beteiligter Feuerwehr 500 Euro zahlen – will man in Schongau allerdings (noch) nicht gehen. Denn Berchtold nimmt an, dass die Brandmeldeanlagen in den großen Betrieben am Ort vorschriftsmäßig gewartet werden. Den einen oder anderen Fehlalarm müsse man in Kauf nehmen – nach dem Motto „Lieber einmal zu viel ausrücken als einmal zu wenig“.

Dass die Zahl der Feuerwehr-Fehlalarme zunimmt, sei ein landkreisweiter Trend, sagt Kreisbrandinspektor Anton Kappendobler. Seiner Meinung nach ließe sich durch Verbesserungen bei den vermehrt eingesetzten Brandmeldeanlagen etwas gegen diese Entwicklung tun. Die moderne Technik mache es möglich, die Anlagen gut auf den Bedarf abzustimmen. Zudem ließen sich Fehlalarmierungen vermeiden, wenn die Anlagen richtig gewartet und bei Bedarf nachgerüstet würden.

Im Landkreis registrierten die Feuerwehren laut Kreisbrandrat Dr. Rüdiger Sobotta im Vorjahr insgesamt 174 klassische Fehlalarme (Brände, die bei Eintreffen der Wehr schon gelöscht waren, sind in dieser Zahl nicht enthalten).

Stephanie Uehlein und Michael Gretschmann

Auch interessant

Kommentare