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Nur noch Wrackteile blieben von den beiden Kleinflugzeugen übrig, die am Sonntag im österreichischen Zell am See abgestürzt sind. In einer Maschine saßen ein Pilot aus Wielenbach (Kreis Weilheim-Schongau) und eine Frau aus München. Sie und die Insassen der anderen Maschine starben.

Flugzeugabsturz in Österreich: Wielenbacher stirbt

Paterzell/Wielenbach – Ein Segelflug-Tripp nach Österreich ist zwei Bayern zum Verhängnis geworden: Ihr Flugzeug kollidierte beim Landeanflug in Zell am See mit einem Motorflugzeug. Die vier Insassen beider Maschinen kamen ums Leben.

Von Paterzell im Landkreis Weilheim-Schongau aus war der Kunststoffmotorsegler der Marke „Dimona“ mit dem 57-jährigen Piloten aus Wielenbach und seiner gleichaltrigen Begleiterin aus München gestartet. Bei schönstem Wetter hob die Maschine gegen 14.40 Uhr ab. Die Maschine, Eigentum des Luftsportvereins Weilheim-Peißenberg, hatte der Wielenbacher gemietet.

Knapp eine Stunde nach dem Start geschah das Unvorstellbare: Der Motorsegler kollidierte beim Anflug auf den Flugplatz Zell am See mit einer Cessna. „Beide Maschinen sind kurz vor dem Anflug auf die Landepiste mit den Spitzen der Tragflächen in Berührung gekommen“, sagte Polizeisprecher Michael Korber. Die Kleinflugzeuge seien in eine Wiese in der Nähe der Landebahn gestürzt. „Alle vier Menschen waren eingeklemmt, drei waren auf der Stelle tot“, sagte Korber. In der Cessna starben ein Mann (31), der das Flugzeug gesteuert hatte, und eine 30-jährige Frau. Beide stammen aus dem Ötztal in Tirol. Der Wielenbacher hatte zunächst die Kollision überlebt und war noch schwer verletzt ins Unfallkrankenhaus Salzburg gebracht worden. Dort starb er aber am späten Sonntagabend an seinen schweren Verletzungen.

Vier Tote bei Flugzeug-Kollision

Der Pilot, der seit vier Jahren Mitglied beim Luftsportverein ist, galt als sehr erfahren. „Er ist sehr gut geflogen“, stellt Hermann Resch, Vereinsvorsitzender seit 34 Jahren, erschüttert fest. Der tödliche Unfall sei der erste im Verein seit fast annähernd 40 Jahren, stellte er fest. Einen großen geplanten Flugtag aus Anlass des Jubiläums am 11. September hat der Verein wegen der Tragödie abgesagt.

Ein Sachverständiger traf noch am Sonntag am Unfallort ein und begutachtete die Wracks. Dem Funkverkehr zufolge sollen beide Piloten gewusst haben, dass sich ein anderes Flugzeug im Landeanflug befindet. In Zell am See seien die Piloten selbst für Landungen und Positionsangaben verantwortlich, sagte ein Sprecher des Flughafens der Nachrichtenagentur APA.

Die Piloten haben sich aber offensichtlich nicht gesehen, vermutet der Sachverständige Thomas Muigg. Möglicherweise habe der eine Pilot aber angenommen, dass der andere noch weit entfernt sei, zitiert die Zeitung „Krone“ den Sachverständigen. Die unterschiedliche Bauweise der Flugzeuge könnte das Sichtproblem verschärft haben. Der Motorsegler, der oberhalb flog, hat seine Tragflächen unterhalb der Sitzposition angebracht. Die Flügel der „Cessna“ sind am Dach befestigt.

Die Wracks wurden inzwischen in einer Halle untergestellt. Dort sollen sie genau untersucht werden. Zur genauen Klärung des Unfallhergangs sollen aber auch Zeugen befragt werden. „Es wird aller eruiert, was man eruieren kann“, sagte Polizeisprecher Anton Schentz. Die Ermittler erwarten sich auch weitere Erkenntnisse von der Auswertung des Funkverkehrs.

dpa/gre/cm

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