Fünf Polizeieinsätze beim Oderdinger Zeltfest

Oderding – Es sollte die Party des Jahres werden: Das „3rd Party Season“-Zeltfest in Oderding am vergangenen Samstagabend.

Doch während sich ein Großteil der Gäste amüsierte, mussten die Veranstalter fünfmal die Polizei um Hilfe bitten, weil sich einige Jugendliche danebenbenahmen. Hausfriedensbruch, versuchte Körperverletzung und Randale, diese Bilanz zieht die Weilheimer Polizei am Sonntag.

Rund 1400 Feierwütige waren gekommen, um den Sommer mit einem Fest in Oderding ausklingen zu lassen. Wie auch schon in den vergangenen Jahren, hatte der Oderdinger Club 2000 am letzten Samstag im August zur Party geladen. „Das Zelt bebte und die Stimmung war sehr gut“, so der erste Vorsitzende des Club 2000 Tobias Schägger. Nur „geringfügig“ mehr Zwischenfälle habe es gegeben. Das sieht Polizeihauptkommissar Karsten Klement anders: „Die Feier hat bei uns für jede Menge Arbeit gesorgt.“ Bis um 4 Uhr früh tranken, tanzten und lachten die Gäste – und bis um diese Zeit war auch die Musik weithin zu hören. Wie es im Bericht der Polizeiinspektion Weilheim heißt, beschwerten sich mehrere Anwohner aus dem Weilheimer Südwesten wegen der Lautstärke. Erfolglos, denn die Musik habe die genehmigte Lautstärke nicht überschritten.

Bereits um 22 Uhr mussten die Beamten zum ersten Mal ausrücken. Grund: Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes hatte bei der Einlasskontrolle einen 17-Jährigen erwischt, der versucht hatte, mit dem Personalausweis seines 18 Jahre alten Freundes auf das Gelände zu gelangen. Der Plan ging aber nach hinten los: Anstatt gemeinsam zu feiern, erwartet die beiden Teenager nun eine Anzeige wegen Missbrauchs von Ausweispapieren.

Völlig uneinsichtig verhielten sich ein Peißenberger (19) und ein 25-jähriger Weilheimer. Der erheblich alkoholisierte 19-Jährige musste um Mitternacht mehrmals vom Sicherheitsdienst aufgefordert werden, das Gelände zu verlassen. Weil er aber noch nicht nach Hause gehen wollte, versuchte er über einen Begrenzungszaun zu klettern.

Nur eine halbe Stunde später der nächste Einsatz: Um 0.30 Uhr warfen die Sicherheitsmänner den Weilheimer (25) aus dem Festzelt. Grund: Er hatte sich im Barbereich übergeben. Doch auch er glaubte, noch weiter feiern zu können und kletterte über den Zaun. Als er sich schon in Sicherheit wähnte, erkannten ihn die Aufpasser in der Menge aber wieder. Noch wollte er aber nicht aufgeben und wehrte sich so stark, dass die Männer ihn zu Boden drücken und fixieren mussten. Da sich der Weilheimer dabei leicht verletzte, wurde er von den Mitarbeitern des BRK ambulant behandelt. So lädiert flüchtete er laut Polizei in Richtung Oderding, stürzte aber nach 100 Metern und zog sich eine Platzwunde am Kopf zu. Schließlich musste er ins Weilheimer Krankenhaus gebracht werden.

Schon um 2 Uhr gab es für die Polizeibeamten erneut etwas zu tun, da sich auch Randalierer unter den Party-Gästen befanden. Ein betrunkener Peißenberger (18) wurde gegenüber einem anderen Besucher handgreiflich und versuchte diesen auch zu schlagen. Als er deshalb vom Sicherheitsdienst der Party verwiesen wurde, ließ er es sich laut Polizei nicht nehmen, einen Mitarbeiter der Security zu beleidigen.

Um 2.50 Uhr ging die nächste Mitteilung bei der Polizei ein, dass ein 21 Jahre alter Peißenberger das Gelände nicht verlassen möchte. Als die Beamten eintrafen, war er jedoch bereits gegangen. Allerdings wurde er dabei beobachtet, wie er ein Fahrrad in einen nahen Bach geworfen hatte. Er behauptete, dass das Rad ihm gehöre, was aber eine Lüge war. Ein 20-jähriger Weilheimer schaltete sich bei der Vernehmung ein und erklärte, der Besitzer des Radls zu sein. Eine halbe Stunde später wurde der Täter übrigens von einem Autofahrer auf der Straße liegend aufgegabelt und nach Peißenberg gefahren, wo er völlig betrunken durch die Straßen torkelte. Eine Streife konnte den jungen Mann zwar zunächst nicht finden, bei der Überprüfung seiner Wohnadresse trafen sie ihn aber gerade noch beim Schließen der Tür an – öffnen wollte der 21-Jährige dann aber nicht mehr.

„Wenn die Leute getrunken haben, werden sie leichtsinniger“, so die Erklärung von Veranstalter Schägger. Weil die Jugendlichen aber immer aggressiver würden, sei eine Security von dem Fest nicht mehr wegzudenken. „Dass es ein bisschen Ärger gibt, wenn gefeiert wird, ist ja normal“, sagt Polizeihauptkommissar Klement. Fünf Einsätze auf einer Party seien aber doch verhältnismäßig viel.

Sabine Krolitzki

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