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Einen 40 Meter hohen Sendemasten wie diesen will Mobilfunk-Riese Vodafone in Bernried errichten.

Gemeinderat lehnt Vodafone-Antrag ab

40-Meter-Sendemast: Bernried sagt "Nein"

Bernried - Ein 40 Meter hoher Sendemast kommt uns nicht auf die Flur: Das hat der Gemeinderat Bernried nach einem Antrag des Mobilfunk-Riesen Vodafon beschlossen.

Der Netzbetreiber „Vodafone“ will offenbar westlich des Starnberger Sees seine Infrastruktur aufrüsten. Über eine Dienstleistungsfirma wurde jedenfalls ein Antrag an den Bernrieder Gemeinderat herangetragen, um im Bereich Adelsried eine neue, bis zu 40 Meter hohe Mobilfunkanlage errichten zu dürfen. Doch das Gremium lehnte einmütig ab – und zwar mit Hinweis auf den Flächennutzungsplan, der für Telekommunikationszwecke eigens einen Sonderstandort ausweist.

Als einziger Anbieter unterhält „Vodafone“ auf Bernrieder Gemeindegebiet noch Sendeanlagen, die am alten Wasserturm installiert sind. Der Hochbehälter soll aber nach Inbetriebnahme des neuen Wasserwerks am Binselberg eventuell für Wohnzwecke genutzt werden. Die Gemeinde hat deshalb den Vertrag mit „Vodafone“ gekündigt. Alle anderen Mobilfunkbetreiber haben sich vor längerer Zeit vom Wasserturm verabschiedet und am so genannten Gitterturm platziert, der schräg gegenüber der Einfahrt zur Klinik Höhenried errichtet wurde.

Die Gemeinde hat diesen Standort im Flächennutzungsplan ganz bewusst ausgewiesen, um den Wildwuchs von Mobilfunkanlagen zu verhindern. Laut Bürgermeister Josef Steigenberger schaut der 67 Meter hohe Turm zwar „schlimm“ aus, doch durch die Beschränkung auf diesen Standort würde sich eine „gleichmäßige und sehr geringe Strahlenbelastung im Ortsgebiet ergeben“.

Eine Ausnahme für „Vodafone“, da war sich der Gemeinderat einig, dürfe es deshalb nicht geben: „Wir sollten darauf bestehen, dass unsere ausgewiesene Stelle genutzt wird“, so Steigenberger. Die Begründung der eingeschalteten Dienstleistungsfirma, eine Installation der „Vodafone“-Anlagen am Gitterturm sei „technisch nicht machbar“, überzeugte die Räte ganz und gar nicht: „Das ist eine Frechheit“, ärgerte sich Jochen Wolle (CSU). Steigenberger vermutet, dass es „Vodafone“ um ein anderes Motiv geht: „Die wollen einen Richtfunk nach Seeshaupt – und der ist von Adelsried leichter zu bewerkstelligen als vom Gitterturm aus“, so der Rathauschef.

Wie berichtet, gibt es auch in Seeshaupt Bestrebungen, einen weiteren Funkmasten – eventuell sogar in der Dorfmitte – zu errichten. Antragsteller ist die „Telekom“.

Bernhard Jepsen

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