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Mit Baggern und Sandsäcken gegen die Fluten

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Großeinsatz an der Ammer bei Rottenbuch. Feuerwehren aus Rottenbuch und Böbing sowie Katastrophenschutz und THW aus Weilheim bargen angeschwemmte Bäume.  Foto: herold
Großeinsatz an der Ammer bei Rottenbuch. Feuerwehren aus Rottenbuch und Böbing sowie Katastrophenschutz und THW aus Weilheim bargen angeschwemmte Bäume. Foto: herold

Weilheilm-Schongau - In einigen Teilen des Landkreises Weilheim-Schongau waren die Rettungskräfte wegen des Hochwassers im Dauereinsatz. Doch es gibt auch gute Nachrichten.

Florian Walser, Feuerwehrmann aus Eglfing, hat nicht viel Schlaf bekommen. In der Nacht von Sonntag auf Montag war er bis um halb eins im Einsatz gegen das Hochwasser, am Montagmorgen ging es um fünf Uhr weiter. Und das sei noch harmlos: „An anderen Orten ist die Lage noch viel schlimmer“, sagt Walser. In Eberfing zum Beispiel. Trotzdem: Auch in Eglfing waren im Schnitt 15 Feuerwehrleute im Dauereinsatz - seit die Regenfluten am Sonntag die Hochwasser-Lage dramatisch verschärften. Mit Pumpen und Sandsäcken verhinderten sie das Schlimmste auf den Firmengeländen von „Convotherm“ und „Stredele“. Wie viele Sandsäcke er geschleppt hat, kann Walser nicht sagen. „Vielleicht so 13 Paletten“, schätzt er. Auf eine Palette würden um die hundert Sandsäcke passen. Entwarnung war gestern Nachmittag immer noch nicht in Sicht: Der Pegel des Hungerbachs stieg laut Walser pro Stunde immer noch einen Zentimeter an.

Einen aufwendigen Einsatz hatte die Feuerwehr Oderding am späten Sonntagabend. Ein Baum hatte sich an der Ammerbrücke verhakt. Nur mithilfe eines Krans konnte das entwurzelte Gewächs entfernt werden. Da die Ammerbrücke zwei Pfeiler hat, sei „die Gefahr größer, dass Bäume hängen bleiben“, erklärt Feuerwehr-Kommandant Martin Pape. Zudem hätte sich an dem verhakten Baum weiteres Totholz verfangen können - und den Durchfluss verstopft.

Der „starke Anstieg der Ammer“ und weiterer Pegelstände in ihrem Einsatzgebiet hält die Feuerwehr seit Freitag auf Trab: „Wir waren viele Stunden unterwegs, um Dämme und Zuflüsse zu kontrollieren“, so Pape. An Schlaf war auch hier nicht zu denken: Sonntagnacht, sagt er, waren die Feuerwehrler bis drei Uhr nachts im Einsatz.

Aufgrund des Hochwassers waren am Sonntag auch Weilheimer Polizeibeamte verstärkt im Einsatz. Nachdem die Wasserpegel bis zum Sonntagabend weiter gestiegen waren, mussten sie einige Straßen im Landkreis wegen Überschwemmung vorläufig sperren, bis eine Umleitung durch die Straßenmeisterei eingerichtet war. Betroffen waren die Kreisstraße zwischen Pähl und Raisting, die Kreisstraße zwischen Oberhausen und Peißenberg, die Kreisstraße zwischen Paterzell und Peißenberg, die Verbindungsstraße zwischen Hahnenbühel und Paterzell, die Verbindungsstraße zwischen Weilheim und Bauerbach sowie die Staatsstraße zwischen Weilheim und Seeshaupt auf Höhe Marnbach. Außerdem war die Staatsstraße von Penzberg nach Beuerberg wegen Überflutung nicht befahrbar. Die gute Nachricht: Alle Straßen sind mittlerweile wieder frei.

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