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Was sagst du da? Gut hören zu können, ist für die Entwicklung von Kindern wichtig. Im Landkreis gibt es ein Vorsorgenetz, um Hörschäden frühzeitig festzustellen. 

Dank Vorsorge des Gesundheitsamts

Hörscreening & Co. bringen Erfolg

Landkreis - Im Landkreis haben  nur 4,9 Prozent Schulkinder  Wort- oder Satzbildungsstörungen.  Grund ist laut Gesundheitsamt eine gezielte Vorsorge.

Der Landkreis übernahm 2003 eine Vorreiterrolle: Als erster Kreis in Bayern führte er ein, dass in den Krankenhäusern bei allen Neugeborenen ein sogenanntes Hörscreening durchgeführt wird. Diese Hörfähigkeits-Untersuchung, die inzwischen in ganz Deutschland angeboten wird, ist aber nicht die einzige Maßnahme, mit der das Gesundheitsamt Hör- und Sprachproblemen bei Kindern vorbeugen will. Zum Beispiel gibt es auch noch das flächendeckende Sprachscreening für vier- und für sechsjährige Buben und Mädchen.

„Von 1000 Kindern kommen derzeit etwa zwei mit einem Hörschaden zur Welt“, erklärt Dr. Karl Breu, Leiter des Gesundheitsamtes Weilheim-Schongau. „Hörstörungen bei Kindern sollten möglichst frühzeitig erkannt und gegebenenfalls auch behandelt werden.“ Wenn ein Kind nicht richtig höre, lerne es auch nicht, richtig zu sprechen, die geistige und die soziale Entwicklung seien gefährdet. Der wesentliche Teil der Sprachentwicklung laufe im Kindergartenalter ab.

Wenn ein Kind einen Sprachfehler hat, kann das genauso auf eine Hörstörung hindeuten, wie wenn es verzögert auf einen Knall reagiert. Manches Kind mit einem Hörproblem falle dadurch auf, dass es mit anderen ungewöhnlich umgehe, erklärt Breu. „Es gibt vielfältige Störungen beim Hören“, sagt er.

Das Hörscreening bei Neugeborenen dauert normalerweise nur wenige Minuten. Es wurde vor zwölf Jahren im Landkreis eingeführt, nachdem es dort bei den Schuleingangsuntersuchungen im Vergleich zu anderen Landkreisen zu deutlich schlechteren Ergebnissen bei der Sprachentwicklung gekommen war. Die Zusammenarbeit mit Ärzten und Logopäden wurde intensiviert, genauso wie das Angebot der „Pädagogisch-audiologischen Sprechtage“.

Hinter diesem wissenschaftlich klingenden Namen verbirgt sich ein Service, bei dem im Landkreis hör- und sprachauffällige Kinder und ihre Eltern von Spezialisten einer Beratungsstelle in München betreut werden. Die Sprechzeiten finden in Weilheim und in Schongau statt – und sind laut Dr. Breu sehr gefragt.

Ziel der Sprechtage ist es, abzuklären, ob eine Behandlung angezeigt ist, aber auch zum Beispiel Fragen zur schulischen Eingliederung von hör- und sprachgestörten Buben und Mädchen zu beantworten. Meist wird ein Hörtest durchgeführt. Während bei einem Kind bei der Beratung nur Maßnahmen für zu Hause empfohlen werden, wie Breu sagt, kann es sein, dass ein anderes Kind an eine universitäre Einrichtung weiterverwiesen wird.

Die nächsten Sprechtage

der pädagogisch-audiologischen Beratung sind am Montag, 25. Januar, in der Landratsamt-Dienststelle in Schongau und am Montag, 15. Februar, im Landratsamtsgebäude an der Stainhartstraße in Weilheim. Anmeldungen für beide Termine unter Telefon 0881/ 681-1600.

Stephanie Uehlein

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