Immer mehr Fälle im Landkreis

Jetzt hat die Grippe Hochsaison

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In  Firmen, öffentlichen Einrichtungen und Schulen gehen gerade besonders viele Krankmeldungen ein – und nicht immer handelt es sich dabei um harmlose Erkältungen. Wie Dr. Stefan Günther vom Gesundheitsamt berichtet, wurden allein vorvergangene Woche im Landkreis 125 Grippefälle gemeldet.

Landkreis – „Das ist nur die Spitze des Eisbergs – viele Fälle werden uns ja gar nicht mitgeteilt“, sagt der Leiter der Abteilung für Humanmedizin. Die Zahl der gemeldeten Erkrankungen lässt jedoch bereits auf eine heftige Grippewelle schließen, so Günther. „Seit Jahresbeginn sind dem Gesundheitsamt 548 Fälle bekannt – das sind deutlich mehr als in den Vorjahren“, erklärt der Sachgebietsleiter.

Ob grippaler Infekt oder Influenza –, dass viele Menschen im Landkreis erkrankt sind, erfährt Günther nicht nur durch Rückmeldungen von Firmen, die ihn über zahlreiche Krankschreibungen informieren. Auch das Landratsamt ist seit einigen Wochen nicht mehr voll besetzt. „Natürlich bleiben auch wir nicht verschont und kämpfen mit vielen Krankschreibungen. Bei einigen Terminen mussten wir bereits improvisieren“, sagt er.

Wie Isa Berndt, Sprecherin der Krankenhaus GmbH berichtet, werden in den Notaufnahmen der Kliniken in Weilheim und Schongau aktuell täglich bis zu drei Grippe-Patienten behandelt. Auch bei den Mitarbeitern beider Krankenhäuser gebe es zahlreiche Krankmeldungen. Einen großen Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren könne sie bisher aber nicht erkennen. „Momentan hat die Grippe einfach Hochsaison – aber wir sind darauf eingestellt und können damit umgehen“, sagt Berndt.

An der Wilhelm-Conrad Röntgen Mittelschule in Weilheim sind aktuell 43 der 600 Schüler krankgemeldet, auch im Lehrerkollegium gibt es Krankheitsfälle. „Zu dieser Zeit gibt es in jedem Jahr viele Erkrankungen. Bei so vielen Kindern kommt es leicht zu einer Ansteckung“, sagt Schulleiter Bernhard Bürger.

Bei den meisten Krankmeldungen handelt es sich um Erkältungen, bei zwei Schülern wurde allerdings die echte, durch Influenzaviren verursachte Grippe diagnostiziert. „Ob nicht noch weitere Schüler Grippe haben, können wir nicht sicher sagen – die Erkrankung ist ja nicht meldepflichtig. Wir bitten die Eltern aber ausdrücklich, uns in solchen Fällen zu informieren“, so der Schulleiter.

Auch unter den fast 6000 Mitarbeitern der Firma „Roche“ am Standort Penzberg gab es in den vergangenen Wochen viele Krankmeldungen. „Ob es sich dabei um Grippefälle oder andere Erkrankungen handelt, wissen Arbeitgeber aus Datenschutzgründen aber nicht“, sagt „Roche“-Sprecher Dr. Johannes Ritter. Um Infektionen vorzubeugen, bieten die „Medizinischen Dienste“ im Werk von den Herbstmonaten bis ins Frühjahr hinein Impfungen für Mitarbeiter an.

Da die Grippewelle laut Günther noch den gesamten März über anhalten wird, rät der Sachgebietsleiter auch jetzt noch zur Schutzimpfung: „Das ist nach wie vor sinnvoll. Gerade der Vierfach-Impfstoff bietet guten Schutz – und die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.“

Marion Neumann

Rubriklistenbild: © DPA

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