aus dem gericht

Streit unter Hundehaltern eskalierte

Landkreis - Ein Jäger (74) bedrohte und beleidigt eine Spaziergängerin. Darum muss er 2000 Euro an den Tierschutzverein zahlen.

Mit Hunden kennt sich ein 74-Jähriger aus, der im westlichen Teil des Landkreises Weilheim-Schongau lebt: Er ist Jäger und hatte schon allein deswegen immer Hunde. Um Hunde, aber auch um Beleidigung ging es in einem Gerichtsverfahren, in dem der 74-Jährige der Angeklagte war.

Weil er weiß, wie die Vierbeiner manchmal ticken können, habe der 74-Jährige auch seinen Dackel an der Leine gelassen, als er am 20. September des Jahres 2014 eine Frau und einen Mann mit deren zwei freilaufenden Hunden bei einem Waldspaziergang auf sich zukommen sah. Was danach geschah, wurde jetzt vor dem Amtsgericht Weilheim aufgerollt.

Er habe laut gerufen, dass die anderen beiden Vierbeiner ebenfalls an die Leine genommen gehörten, sagte der Jäger vor Gericht aus. „Wenn ich meinen Hund abgeleint hätte, hätte das zu einer Katastrophe geführt“, sagte der 74-Jährige in der Verhandlung vor dem Amtsgericht. Dort musste er sich wegen Beleidigung und Bedrohung verantworten. Er hatte nämlich einen Strafbefehl erhalten, gegen den er Einspruch eingelegt hatte – und so kam es zu der Gerichtsverhandlung.

Als die beiden anderen Hunde und sein Dackel aufeinandertrafen, war der kleine Hund des Angeklagten so aufgeregt, dass er wild um sein Herrchen herumhüpfte. Und das hatte schmerzhafte Folgen für den Senior. Denn der 74-Jährige verfing sich nach seinen Worten in der Leine seines Vierbeiners und stürzte dadurch zu Boden.

Daraufhin bezeichnete der 74-Jährige den anderen Mann als „Arschloch“. Bei dem Sturz zog sich der Angeklagte unter anderem eine Finger- und eine Schulterprellung zu und musste deswegen lange ärztlich behandelt werden. Das war aber noch nicht alles, was vor Gericht verhandelt wurde.

Ein paar Monate später traf der Senior an ungefähr der gleichen Stelle im Wald wieder auf die Frau mit den zwei Hunden. Dabei erzählte er ihr von den Folgen des Sturzes bei der ersten Begegnung. „Daraufhin sagte sie, ich sei selbst schuld gewesen, ich hätte nur meinen Hund ableinen müssen, dann wäre nichts passiert“, sagte der Angeklagte vor Gericht.

Da sei er wütend geworden und habe gesagt, dass er den Hund der Frau erschießen werde, wenn er ihn wiedersehen würde. „Das ist mir so rausgerutscht“, rechtfertigte sich der Angeklagte.

Die Frau schilderte die beiden Zusammentreffen mit dem 74-Jährigen vor Gericht dagegen anders: Nach dem Sturz habe sie dem Mann helfen wollen, doch dieser habe sich nicht helfen lassen. Bei dem zweiten Treffen habe er angedroht, seine Waffe zu benutzen, wenn er sie und ihren Hund wiedersehe.

„Er hat gesagt, er will von seiner Waffe Gebrauch machen.“ Dass er damit nur den Hund gemeint habe, glaube sie jedoch nicht. Was bei den beiden Waldspaziergängen tatsächlich passiert ist, musste offen bleiben.

Weil die Tat nicht so schwer wog, stellte Richterin Katrin Krempl das Verfahren gegen die Zahlung einer Geldauflage an den Tierschutzverein in Höhe von 2000 Euro ein.

Kathrin Hauser

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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