Gemeinsam erhielt das Ehepaar  Müller 2013 von Landrat Friedrich Zeller (Mitte) die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik.  

Was macht eigentlich . . . renate Müller?

Jetzt spielt die Familie die erste Geige

Landkreis - Politik war gestern.  Jetzt spielt bei der ehemaligem  Kreisrätin der Grünen, Renate Müller, die Familie die erste Geige.

Fünf Generationen vereint. (h., v.l.) Renate Müller mit Tochter Nina Konstantin, (vorn) Mutter Anni Schwaiger sowie Karina Konstantin und Ronja.

Sie war hartnäckig, unbequem, manchen Kreistagskollegen bisweilen auch lästig, aber ihre Redebeiträge und Anträge waren stets sachlich, ideologiefrei und fundiert: Renate Müller saß 18 Jahre – von 1996 bis 2014 – für die Grünen im Kreistag. Die Schongauerin (63) ist zwar aus diesem Gremium freiwillig ausgeschieden, aber weiter politisch aktiv: für die Alternative Liste Schongau (ALS) genauso wie für das alternative Blatt „Oha“, das seit über drei Jahrzehnten erscheint. Die erste Geige im Leben der Renate Müller spielt jetzt aber eindeutig die Familie. Täglich besucht sie ihre 95-jährige Mutter Anni Schwaiger im Altenheim, außerdem kümmert sich Müller gerne um ihre Enkel und ihre Urenkelin Ronja.

Den Weilheimern ist die Frau mit den weißen Haaren aber noch aus einem andern Grunde gut bekannt: Seit vielen Jahren arbeitet sie im Bioladen „Zauberberg“ in der Fußgängerzone – mittlerweile aber nur noch zwei Samstage im Monat. Familie geht vor.

Noch vor Renate Müllers Ausscheiden aus dem Kreistag sind sie und ihr Mann Siegfried 2013 für ihr soziales und politisches Engagement mit der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet worden. „Sie sind Wege gegangen, auf denen Ihnen scharfer Wind entgegenwehte“, hieß es in der Laudatio seinerzeit. Ihr Ehemann gehörte auch dem Kreistag an und ist heute noch ALS-Stadtrat in Schongau.

„Manchmal frage ich mich selbst: ,Bin ich anstrengend?’ und denke mir: schau doch mal weg“, so Müller. Doch das Wegschauen ist Müllers Sache nicht. Beinahe logisch ist da, dass sie sich auch im Asylhelferkreis Schongau engagiert oder den Mund aufmacht, wenn das Essen im Marie-Eberth-Altenheim des Landkreises nicht den Minimalansprüchen genügt. „In so einem Fall bedauere ich dann, dass ich nicht mehr im Kreistag sitze“, so Müller, die mit 40 noch die Berufsfachschule für kaufmännische Assistenten absolviert und dann das Fachabitur gemacht hat.

„Einen langen Atem“ habe sie gebraucht bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit im Kreistag, viele Anträge der Grünen, deren Mitglied sie nie war, wurden im Kreistag erst mal abgelehnt, manche davon Jahre später dann doch umgesetzt.

Vielleicht wird Müller auch noch einmal in einem politischen Gremium aktiv: Auf der Stadtratsliste der ALS ist sie erste Nachrückerin. Sollte ein Stadtrat aufhören (müssen), käme sie zum Zuge. „Aber vielleicht wäre das dann doch etwas zu viel, schließlich sitzen ja mein Mann und meine Tochter Nina schon für die ALS im Stadtrat“, so Müller.

Johannes Thoma

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