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Ein „Hallo“ für Jost Herrmann: Er ist ab 1. Juni hauptamtlich als Asylkoordinator im Landkreis tätig. Seine Stelle als Pfarrer an der Apostelkirche Weilheim legt er nieder. 

Jost Hermann tritt zum 1. Juni hauptamtliche Stelle an

Vom Pfarrer zum Asylkoordinator

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Landkreis -Jost Herrmann ist ab 1. Juni hauptamtlichen Koordinator für die Asylunterstützerkreise. Sein Amt als evangelischer Pfarrer legt er nieder.

In Wessobrunn gibt es einen, in Böbing gibt es einen, in Raisting gibt es einen und in Weilheim und Penzberg sowieso. In 15 Unterstützerkreisen im Landkreis kümmern sich hunderte Ehrenamtliche um die rund 1800 Asylbewerber im Landkreis. Ab 1. Juni steht ihnen Jost Herrman als hauptamtlicher Koordinator zur Seite. Zudem wird im Lauf des Jahres eine weitere Vollzeitstelle für einen Sozialpädagogen zur Asylkoordination geschaffen, und zwar über die Caritas.

„Das hat Modellcharakter für ganz Bayern“, so Herrmann, „ich bin sehr beeindruckt vom Landkreis.“ Modellcharakter deswegen, weil sich vier Partner zusammengefunden haben, um diese Stelle zu finanzieren: die Caritas, Herzogsägmühle, die Diakonie Oberland und der Landkreis. „Diese vier teilen sich die Personalkosten, dazu übernimmt der Landkreis Sachkosten in Höhe von 20 000 Euro“, so Landratsamts-Pressesprecher Hans Rehbehn.

Herrmann hat eine auf zwei Jahre befristete Vollzeitstelle und bleibt bei der evangelischen Kirche angestellt. Sein Dienstherr ist somit weiterhin Dekan Axel Piper. Von dem ging im vergangenen Herbst der Anstoß zum Schaffen der hauptamtlichen Stelle aus, Herrmann hatte da schon drei Jahre neben seiner Arbeit als Pfarrer als Asylkoordinator gewirkt – rein ehrenamtlich.

Dass er ein dreiviertel Jahr später als Hauptamtlicher tätig sein wird, war damals alles andere als absehbar, denn hinter den Kulissen gab es großes (politisches) Gerangel um diese Stelle. In dem Kooperationvertrag zwischen den Wohlfahrtseinrichtungen und dem Landkreis, der am vergangenen Montag den Kreisausschuss passierte und nach dem Aushandeln „von ein paar Kleinigkeiten“, so Rehbehn, in der Sitzung am 9. Mai beschlossen werden soll, ist auch die Schaffung eines „Netzwerks Arbeit“ vorgesehen. In diesem sollen Vertreter von Wohlfahrtsverbänden, Unterstützerkreisen, Landratsamt und Kommunen sich zusammenschließen, um die Arbeit mit Herrmann zu steuern.

Das Büro von Herrmann wird in der Oberen Stadt in Weilheim sein, und zwar direkt in dem Haus neben der jetzigen Anlaufstelle. Es wird gerade hergerichtet. „700 ehrenamtliche Stunden wurden schon investiert“, so Herrmann. Platz finden soll in den neuen Räumen auch das „Café International“, das bislang im „Höckstüberl“ ist.

Herrmann gibt für seine neue Stelle seine Tätigkeit als Pfarrer in der evangelischen Apostelkirche in Weilheim auf, an der er neun Jahre wirkte. Sie soll ab Herbst neu besetzt werden. Für Herrmann bedeutet dies: Die fünfköpfige Familie muss mit ihren zwei Hunden aus dem Pfarrhaus ausziehen und ist deswegen auf Wohnungssuche.

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