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Bei TV-Arbeiten zusammengebrochen: SPD-Politiker Thomas Oppermann ist tot

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Eine giftige Kostbarkeit

Pähl - Sie ist Bayerns einzige Giftschlange: die Kreuzotter. Und sie ist vom Aussterben bedroht. Einige Tierfreunde vom Ammersee wollen sie schützen.

Für das Landesamt für Umweltschutz galt das Gebiet um den Ammersee als Kreuzotter-freie Zone. Die Giftschlange gilt als stark bedrohte Art. Für die Mitglieder der Schutzgemeinschaft Ammersee war es deshalb ein großes Anliegen, den südlichen Ammerseebereich in die „Lebensräume für das Artenhilfsprogramm Kreuzotter“ aufzunehmen, was ihnen gelungen ist, als ihnen die Schlange über den Weg kroch.

„Sie zu finden ist schwer“, sagt Reinhard Grießmeyer, seit 1999 Vorsitzender der Schutzgemeinschaft. Die Flächen des Vereins erstrecken sich über den Andechser und den Wessobrunner Höhenrücken - den gesamten südlichen Bereich um den Ammersee. Grießmeyer weiß von einem „echten Fund, ein dreijähriges Weibchen“ im westlichen Teil. Nachweise gibt es in Erling und am Pähler Höhenweg. Ideale Lebensräume sind für die Kreuzotter vor allem Kalkhangquellmoore. In genau diesem Bereich auf Andechser Flur gibt es davon große Vorkommen. Auch im Seemoos in Tutzing tauchte die Schlange auf.

Dr. Wolfgang Völkl nennt die Kreuzotter eine faunistische Kostbarkeit. Bayerns einzige heimische Giftschlange, die gesunden Menschen aber nicht wirklich gefährlich wird. Ein Biss kann dennoch schmerzhaft sein - typische Symptome sind Übelkeit und Kreislaufschwäche. Die Kreuzotter wird zwischen 50 und 70 Zentimeter lang.

Ihr Schutz ist für den Reptilienexperten in zweifacher Hinsicht am Ammersee von Bedeutung. Noch vor wenigen Jahrzehnten wurde sie erbarmungslos bekämpft und verfolgt und auf ihre Tötung wurden Prämien ausgesetzt. Deshalb gehört sie heute zu den stark gefährdeten Arten. Zum anderen liegen die Hauptlebensräume der Kreuzotter im Ammerseegebiet in den Hangquellmooren. Grießmeyer erklärt warum: Kreuzottern müssen regelmäßig trinken, und in Kalkhangquellmooren gibt es selbst in trockenen Zeiten Wasser. Diese Moore sind nirgendwo sonst in Bayern so großflächig ausgebreitet wie rund um den südlichen Ammersee. „Der Erhalt der Vorkommen ist deshalb auch ein wichtiges Anliegen bei der Landschaftspflege“, betont der Biologe und Reptilienexperte.

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