Kleinstes Haus, bald größtes Minus? Das Krankenhaus in Peißenberg verbuchte auch 2011 ein Defizit. foto (archiv): gie

Landkreis macht neue Schulden

Weilheim - Der Landkreis Weilheim-Schongau macht heuer sieben Millionen Euro neue Schulden, dafür soll die Kreisumlage sinken.

Bei seiner Sitzung hat der Kreis- und Finanzausschusses des Kreistages empfohlen, die Kreisumlage auf 53,5 Prozent zu senken, dafür aber macht der Landkreis rund sieben Millionen Euro neue Schulden. Der Kreis- und Finanzausschuss beschloss einstimmig, dem Kreistag den Entwurf zur Annahme zu empfehlen.

Nicht zuletzt dank gestiegener Steuereinnahmen im vergangenen Jahr und steigender Ausgaben heuer ist der Kreishaushalt mit knapp 117 Millionen Euro so hoch wie noch nie, so Kämmerer Heinz-Günther Hetterich. Obwohl der Kreis die Zahlungen der Gemeinden an den Landkreis, die Kreisumlage, um 1,3 auf 53,5 Prozent senkt, werden einige Gemeinden heuer trotzdem mehr an den Landkreis zahlen müssen, weil ihr absolutes Steueraufkommen um rund 19 Prozent gegenüber dem Vorjahr gewachsen ist. Krösus bei den Steuereinnahmen ist die Stadt Penzberg, die heuer allein 12,66 Millionen Euro an Kreisumlage beisteuert - fast doppelt so viel wie im Jahr zuvor. Weilheim hingegen kann mit 1,7 Millionen Euro weniger rechnen. Insgesamt zahlen die 34 Gemeinden des Landkreises 58,61 Millionen Euro, 8,4 Millionen mehr als im Vorjahr - trotz verringerter Kreisumlage.

Laut Entwurf, den der Kreistag noch absegnen muss, macht der Landkreis heuer 7,0 Millionen Euro neue Schulden. Das liegt zum Beispiel an den gestiegenen Kosten für die Jugendhilfe und an der höheren Bezirksumlage sowie an den Mehrkosten für Gebäudeunterhalt (größere Gebäude) und Personal (Gehaltssteigerungen). Somit könnte der Schuldenstand zum Jahresende auf maximal 44 Millionen Euro steigen. Kämmerer Hetterich geht aber davon aus, dass diese Marke nicht erreicht wird. Wollte der Landkreis auf neue Schulden verzichten, müsste er die Kreisumlage auf rund 60 Prozent anheben.

Sorgenkind „Nummer 1“ ist nach wie vor die Krankenhaus GmbH: 2,7 Millionen Euro betrug das Minus im vergangenen Jahr, das mit dem Haushalt 2012 ausgeglichen wird. „Hauptkostenfresser“ (Hetterich) ist das mittlerweile an Starnberg übergegangene Krankenhaus Penzberg mit einem Minus von 1,72 Millionen Euro vor Peißenberg (853 000) und Schongau (224 000). Einzig Weilheim schreibt schwarze Zahlen (422 000). Der Kreistag entscheidet am 17. Februar über den Haushalt. jt

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