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Im Sommer soll das "Refugium" in Tutzing fertig sein, das Katharina Zach und Gebhard Brennauer vorstellten.

Kritik an "Refugium Beringer Park" in Tutzing

Pollinger Hospiz befürchtet Konkurrenz

Landkreis - Viel Sympathie gibt es für das „Refugium Beringer Park“ in Tutzing. Renate Dodell vom Hospizverein Pfaffenwinkel sieht es dagegen kritisch.

Mehrere Chefärzte der umliegenden Krankenhäuser begrüßen den Aufbau des ersten stationären Hospizes im Landkreis Starnberg ebenso wie der ärztliche Kreisverband Starnberg und der gesundheitspolitische Arbeitskreis der CSU. Dennoch ist eine Diskussion um das Projekt entbrannt.

Renate Dodell, die Vorsitzende des Hospizvereins Pfaffenwinkel, hat sich besorgt geäußert. Im Hospiz im Pollinger Kloster müssten die dort untergebrachten Menschen wegen eines Versorgungsvertrags mit den Krankenkassen nichts bezahlen, in Tutzing dagegen würden die Gäste bezahlen müssen. Für die Tutzinger Anlage, eine private Einrichtung, haben die Krankenkassen einen beantragten Versorgungsauftrag tatsächlich abgelehnt, wie Thomas Hackenberg, Referatsleiter beim bayerischen Verband der Ersatzkassen (VDEK), auf Anfrage bestätigt.

Die Tutzinger Initiatoren, ein Kreis von zehn privaten Gesellschaftern und weiteren Persönlichkeiten, sehen das aber nicht als entscheidendes Problem. Wenn ein Arzt einen Patienten einweise, könne ein Einzelantrag gestellt werden, sagt der Tutzinger Arzt Dr. Egon Gniwotta, einer der Mitgesellschafter. Er zeigt sich sogar sicher, dass die Krankenkassen in solchen Fällen die Kosten übernehmen würden. Dabei wird auf den einschlägigen Paragrafen des Sozialgesetzbuchs verwiesen. Die Tagessätze würden in Anlehnung an die Sätze der Versorgungsverträge berechnet, erläutern die Initiatoren, die Dauer des Aufenthalts werde durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) kontrolliert.

Renate Dodell begründet ihre Kritik unter anderem mit der Spendenproblematik. Die Krankenkassen zahlten nur 90 Prozent, die restlichen zehn Prozent müssten über Spenden beschafft werden. Das seien rund 250 000 Euro im Jahr. Und wenn Betroffene künftig in Tutzing statt in Polling untergebracht würden, bestehe die Gefahr, dass fürs Pollinger Hospiz weniger Spenden eingehen würden. „Am Ende überleben beide nicht“, warnt sie. Die Spendenproblematik betreffe alle – auch die Tutzinger, hält Mitgesellschafterin Krista Frembs entgegen. Die Tutzinger Anlage ist inzwischen weit gediehen, für Juli dieses Jahres ist die Eröffnung vorgesehen.

Kontroverse reicht Jahre zurück

Die Wurzeln der Auseinandersetzungen reichen Jahre zurück. Wegen Zweifeln am langfristigen Bestand des Hospizes im Pollinger Kloster hatten sich einige der dort früher Aktiven, darunter einige der heutigen Tutzinger Initiatoren, für eine Verlagerung nach Tutzing ausgesprochen. Doch diese Vorstöße wurden in einer Mitgliederversammlung abgelehnt. Daraufhin zogen sich die betreffenden Personen aus dem Hospizverein Pfaffenwinkel zurück. Ein Grundstück in Tutzing, das ihnen vom Bayerischen Verkehrs-Beamtenverein in Form einer gemischten Schenkung zur Verfügung gestellt wurde, wollten sie auf alle Fälle für ein solches Projekt nutzen.

-Dr. Lorenz Goslich-

Stichwort: Bedarf

Ein Hospizbett je 60 000 Einwohner: Das ist eine Faustregel, nach der seit dem Jahr 2000 in Bayern verfahren wird. Die Initiatoren des Tutzinger „Refugiums Beringer Park“ halten den Bedarf jedoch für sehr viel größer. Sie verweisen auch auf Wartezeiten in Polling. „Ich sehe keine Unterversorgung“, sagt dagegen Renate Dodell, die Vorsitzende des Hospizvereins Pfaffenwinkel. Thomas Hackenberg vom bayerischen Verband der Ersatzkassen vertritt die Auffassung, ein weiteres Hospiz werde eher im östlichen Oberbayern – beispielsweise im Raum Rosenheim oder Traunstein – benötigt, als dass in den Kreisen Weilheim-Schongau und Starnberg zwei Hospize dicht nebeneinander seien. Derzeit gibt es in Bayern 16 Hospiz-Einrichtungen mit zusammen 162 Betten.

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