Nach streit mit caritas

Landkreis übernimmt Freiwilligenagentur

Landkreis -  Landkreis und Caritas haben die Zusammenarbeit bei der Freiwilligenagentur beendet.  Der Grund waren Streitereien um die Finanzierung.

Drei Jahre, bis Ende 2015, hatte die Caritas im Auftrag und im Wesentlichen mit dem Geld des Landkreises und des Freistaates, die Fortbildungsreihe „Vereinsforum“ für Ehrenamtliche unter dem Motto „Anpacken mit Herz“ organisiert: Insgesamt 18 Infoabende zu unterschiedlichen Themen mit rund 500 Ehrenamtlichen aus 160 Vereinen, so die Caritas in ihrer Bilanz. Seit Jahresbeginn gibt es keine Veranstaltungen mehr. Zudem wurden Ehrenamtliche von Gabi Königbauer beraten, der dafür insgesamt 24 Wochenstunden zur Verfügung standen. Der Landkreis hat dafür als Anschubfinanzierung jährlich rund 20 000 Euro zur Verfügung gestellt, der Freistaat und die EU gemeinsam rund 25 000 Euro. Nach drei Jahren sollte sich das Projekt dank Sponsoren selbst tragen. Die Caritas, die rund 5000 Euro und damit etwa zehn Prozent der Gesamtkosten beisteuerte, sollte sich darum bemühen. Doch das ist nicht gelungen, wie Monika Funk, Geschäftsführerin des Caritas-Kreisverbandes, im Dezember bei einer Sitzung des Kreisausschusses einräumen musste.

Hauptsächlich geht es ums Geld

Nachdem Funk eine Erhöhung des Landkreis-Zuschusses auf 35 000 bei dieser Sitzung vorgeschlagen hatte, brachten Landrätin Andrea Jochner-Weiß und andere Ausschussmitglieder die Idee ins Spiel, die Aufgabe in ihrem Haus anzusiedeln, Das ist inzwischen geschehen, die Entscheidung fiel in nichtöffentlicher Sitzung. „Es ging ausschließlich ums Geld“, so Helmut Bachlatko, Leiter „Büro des Landrats“. Der Landkreis könne das selbst günstiger machen, er habe auch die personellen Kapazitäten. Mit Beginn des nächsten Jahres werde der Landkreis auch Organisation und Ausgabe der Ehrenamtskarte von der Caritas übernehmen, so Bachlatko. Warum die Entscheidung in einer nichtöffentlichen Sitzung getroffen wurde erläuterte Landrätin Jochner-Weiß: „Da ging es auch um Vertragsinhalte.“ Die Entscheidung des Landkreises habe nichts mit der Person von Monika Funk zu tun, so Jochner-Weiß. „Wir haben eigentlich gut zusammengearbeitet.“

In Erinnerung ist allerdings noch ein Disput zwischen Mitgliedern des Kreisausschusses und Monika Funk. Die hatte dem Landkreis in besagter Sitzung vorgeworfen, für ihn sei das Ehrenamt „nur zweit- oder drittrangig“. Funk wollte sich auch noch bemühen, mit der Diözesan-Leitung über die Erhöhung des Caritas-Anteils zu sprechen, wie von einigen Kreisräten gefordert. Das sei jedoch ein Missverständnis gewesen, eine Erhöhung sei gar nicht möglich. Sie bedaure die Entscheidung sehr „weil wir diese Arbeit für den Landkreis sehr gerne fortgeführt hätten“, so Funk. Gleichzeitig wertet sie die Entscheidung, „das Ehrenamt politisch im Landratsamt zu verorten, als ein positives Signal der verantwortlichen Politiker für das Ehrenamt selbst und für alle ehrenamtlich engagierten Menschen“.

Aus der Förderung des Ehrenamts will sich die Caritas allerdings nicht gänzlich zurückziehen. Man werde weiter beraten und plane zwei Projekte für das Jahr 2016 zum Thema „Flüchtlinge und Ehrenamt“. Der Landkreis wird mit seiner Freiwilligenagentur Anfang 2017 starten, Genaueres soll zur Jahresmitte festgelegt werden“, so die Landrätin. Man wolle aber keinesfalls eine Konkurrenz zur Caritas schaffen, man werde sich, wenn nötig absprechen. „Die Freiwilligenagentur war das Kind der Caritas, das verstehe ich schon“, so Landrätin Andrea Jochner-Weiß.

Johannes Thoma

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