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Nur 12 statt 50 Plätze dürfen nach derzeitigen Abstandsregeln in den großen Reisebussen der Firma Oppenrieder besetzt werden. Firmenchef Anton Oppenrieder (l.) und Familie Schwarz aus Garmisch demonstrieren gegen die Regeln. 

Nur wenig Buchungen

Busunternehmer leiden unter Regelungen - und hoffen auf Lockerungen

  • Franziska Florian
    vonFranziska Florian
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Seit einigen Wochen dürfen die Busunternehmen in Bayern wieder Busreisen anbieten. Doch die Auflagen sind hoch, die Nachfragen hingegen eher gering. Wir haben mit den Unternehmern gesprochen, was das für sie und ihren Betrieb bedeutet.

Landkreis – Die Regelungen zu Busreisen sind derzeit nicht ganz klar: Zwar können die Busunternehmen wieder Reisen anbieten, aber dennoch muss im Bus der Mindestabstand von eineinhalb Metern zwischen den einzelnen Gästen eingehalten werden, heißt es seitens einer Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie. Auf gut Deutsch bedeutet das, dass nicht jeder Platz in den Bussen besetzt werden dürfe.

Eberfing: Nur zwölf satt 50 Personen dürfen in einen großen Reisebus

„Man kann derzeit nichts planen“, erklärte Anton Oppenrieder, der das gleichnamige Busunternehmen in Eberfing leitet. Eine Reise mit dem Bus brauche eine Vorplanung von vier Monaten. „Das geht im Moment aber einfach nicht. Es ist alles so brutal vage.“

Testweise habe Oppenrieder geschaut („Natürlich mit Mundschutz“), wie viele Personen mit den gültigen Abstandsregeln im Bus Platz haben. Zwölf Passagiere war die Antwort – sonst haben gut 50 Personen darin Platz. „Da ist es einfach nicht rentabel, eine Busreise unter diesen Bedingungen anzubieten“, so der Unternehmer. Er habe sogar überlegt, seinen Betrieb „wirtschaftlich umzustrukturieren“. Auf gut Deutsch: Oppenrieder denkt darüber nach, sein Busunternehmen aufzugeben. „Sicher ist es aber noch nicht. Wir müssen das alles erst noch klären und diese Entscheidung geht nicht von heute auf morgen“, sagte er im Gespräch.

Bernbeuren: Leute sind bei Buchungen zurückhaltend

Den Betrieb „auf jeden Fall weiterführen“ will Michael Sprenzel vom Busunternehmen „Heinz Sprenzel Reisen“ aus Bernbeuren. Denn es stecke „sehr viel Herzblut“ in der Firma. Zwar kommen derzeit Anfragen und Buchungen herein, aber nur in geringem Maße. Er verstehe, dass die Leute im Moment noch zurückhaltender seien, was Busreisen anbelange, so Sprenzel.

Doch es gibt Licht am Ende des Tunnels: Für Ende Juni sei eine Tagesreise zur Insel Mainau geplant. Denn Sprenzel bietet derzeit vor allem Tagesausflüge und Wochenendreisen in Deutschland an. „Natürlich sind die Reisen erst einmal unter Vorbehalt“, vor allem, weil es keine einheitliche Regelung für die Reisen innerhalb Deutschlands gibt.

Ob ein großer Bus besetzt wird oder die Gäste auf zwei kleine Busse aufgeteilt werden, wird sich noch entscheiden. „Wir sitzen jeden Tag mit der Familie zusammen und überlegen, was die beste Lösung ist“, erklärte Busunternehmer Sprenzel weiter im Gespräch mit der Heimatzeitung.

Peiting: Ab Juli wieder normal Busreisen geplant

Für die Schweizer Bustouristik aus Peiting sieht die Lage hingegen anders aus: Ab Juli seien wieder ganz normale Busreisen geplant, wie Susanne Huhs, die für die Reiseplanung bei der Schweizer Bustouristik zuständig ist, erklärte. Richtig losgehen werde es dann wohl im August oder September, meinte Huhs.

Der Schwerpunkt wird dabei auf Reisen innerhalb Deutschlands, nach Österreich, Südtirol sowie in die Tschechische Republik liegen. Wenn es ginge, würde das Unternehmen die Busse so voll besetzen, wie erlaubt. „Aber wir freuen uns auch, wenn es dann 20 oder 25 Leute sind, die pro Bus erlaubt sind“, erklärte die Reiseplanerin. „Wir hoffen und denken positiv“, auch, weil man gut in der Planung für das kommende Jahr sei. Die Krise habe zwar auch das Busunternehmen Schweizer betroffen, „aber wir sind gut durchgekommen“, sagte Huhs.

Derzeit ist die Planung wegen den Corona-Maßnahmen noch relativ schwierig. Doch die Busunternehmer im Landkreis hoffen auf weitere Lockerungen ab Juli, um die Busse wieder voller besetzen und den Gästen mehr Reisen ohne Einschränkungen anbieten zu können.

Die aktuellen Regeln

Laut einer Sprecherin des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie sind im Bus die geltenden Abstandsregeln von eineinhalb Metern zwischen den Gästen einzuhalten. Personen aus einem Haushalt oder Freunde aus zwei Haushalten dürfen jedoch zusammensitzen. Eine Höchstzahl an Fahrgästen pro Bus gibt es nicht, so die Sprecherin des Ministeriums. Während der gesamten Fahrt gilt die Maskenpflicht. „Für einen regelmäßigen Luftaustausch im Fahrzeug“ müssen spätestens alle zwei Stunden Pausen eingelegt werden. Alle Passagiere müssen dabei den Bus für mindestens 15 Minuten verlassen und auch die geltenden Abstandsregeln einhalten. Auch beim Einsteigen in den Bus sowie beim Aussteigen ist auf den Abstand zu achten. Zudem muss die „Verbreitung von Viren durch Aerosole durch entsprechende Lüftung ausgeschlossen“ werden, heißt es weiter. Gruppenreisen – zum Beispiel für Vereine – sind noch nicht wieder erlaubt. „Es dürfen nur Individualbuchungen erfolgen“, heißt es seitens des Ministeriums weiter. Gereist werden könne auch nur in die Regionen und Länder, die von den Behörden freigegeben sind, so die Sprecherin.

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