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Personalausfälle: „Es ist ein täglicher Kampf“ - wie Kliniken, Polizei, RVO und Energieversorger reagieren

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Von: Theresa Kuchler

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Der Corona-bedingte Personalmangel macht dem Busverkehr im Landkreis zu schaffen.
Der Corona-bedingte Personalmangel macht dem Busverkehr im Landkreis zu schaffen. © Emanuel Gronau

Wegen der hohen Infektionszahlen mit dem Coronavirus fällt reihenweise Personal aus – auch in Krankenhäusern, Polizeistationen und bei den Energiebetreibern. Wir haben nachgefragt, was das für die Versorgung im Landkreis bedeutet.

Landkreis – Die Omikronwelle rollt nach wie vor mit voller Wucht durch die Region. Dabei macht sie auch vor den Mitarbeitern in der kritischen Infrastruktur nicht Halt – und reißt Lücken in die Belegschaftspläne.

Krankenhäuser: Seit zwei Jahren unter Dauerbelastung - viele Ausfälle

In den Krankenhäusern, die seit zwei Jahren unter Dauerbelastung stehen, fehlt es einmal mehr an Pflegekräften und Ärzten. „Im ersten Quartal sind insgesamt 76 Mitarbeiter aus allen Bereichen Quarantäne-bedingt ausgefallen“, sagt Florian Brändle, Ärztlicher Direktor am Klinikum Penzberg. Im Pflegebereich seien die Ausfälle am deutlichsten spürbar. Doch nicht nur deshalb haben sich die Arbeitsbedingungen deutlich erschwert. „Die höhere Belastung durch die aufwendigere Pflege und Behandlung von Corona-Patienten spielen ebenfalls eine Rolle“, sagt Brändle. „Auch dann, wenn diese nicht auf die Intensivstation verlegt werden müssen.“ Er geht davon aus, dass die Personalausfälle bei diesen Infektionszahlen auch noch in den nächsten Wochen erheblich sein könnten.

Moderater ist die Lage im Schongauer Krankenhaus. Claus Rauschmeier, stellvertretender Geschäftsführer der Krankenhaus Weilheim-Schongau GmbH, sagt: „Wir haben eine höhere Ausfallquote als sonst. Das können wir aber gut kompensieren.“ Unter anderem, weil das Pflegepersonal ausreicht und die strengen Hygienekonzepte eingehalten werden.

Zu Gute kommt dem Schongauer Krankenhauspersonal auch, dass die wenigsten Patienten intensiv behandelt werden müssen. Auf der Intensivstation des Krankenhauses liegt derzeit ein Corona-Patient. 31 weitere Infizierte sind es auf der Normalstation. „Den Patienten geht es Gott sei Dank nicht so schlecht“, sagt Rauschmeier. „Das ist ein großer Vorteil von Omikron.“

Busverkehr: Dünne Personallage macht zu schaffen

RVO-Niederlassungsleiter Ralf Kreutzer ist für den Busverkehr im Landkreis verantwortlich. Ihm macht die dünne Personallage besonders zu schaffen. „Es ist unverändert ein täglicher Kampf“, sagt er im Gespräch mit der Heimatzeitung, deutlich resigniert. Jeden Tag braucht der RVO für die Region rund 100 Fahrer – mehr, als oftmals zur Verfügung stehen. So muss Kreutzer immer wieder auf Fahrer aus anderen Landkreisen zurückgreifen. Dabei hatte der RVO bereits vor der Pandemie zu wenig Busfahrerinnen und Busfahrer. Corona und die Quarantäneregelung haben die Lage nun noch mehr verschärft. „Infizierte Mitarbeiter sind ja gleich zehn Tage weg. Das ist eine Riesenbelastung.“

Polizei: Bürger müssen sich um Sicherheit nicht sorgen

Auch in den Polizeistationen fehlen im Moment mehr Mitarbeiter als üblich. „Unter den Beamtinnen und Beamten gibt es eine Reihe von Corona-Infizierten“, sagt Stefan Sonntag, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Um ihre Sicherheit müssen sich die Bürger deshalb aber nicht sorgen. „Auch wenn die Zahlen bei uns – wie überall sonst auch – steigen, lässt sich die Situation gut handeln.“ Die gängigen Schutzmaßnahmen wie die Maskenpflicht, das Halten von Abständen und Video-Besprechungen seien wichtige Instrumente, um die Infektionslage einzudämmen.

Energieversorgung: „Unser oberstes Ziel ist der sichere Betrieb“

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Energieversorgern im Landkreis: Trotz erhöhter Ausfallquote der Belegschaft können alle Bürger versorgt werden.

Bei den Stadtwerken Weilheim hat man sich mittlerweile daran gewöhnt, dass durchschnittlich zwei bis drei Mitarbeiter in Quarantäne sind. Peter Müller, Vorstand und Geschäftsführer der Stadtwerke, geht gelassen mit der Situation um. „Selbst in den Hochzeiten sind nie mehr als fünf Personen gleichzeitig ausgefallen“, sagt er. So sei man einigermaßen gut durch diese Corona-Welle gekommen. Bis die Zahlen wieder sinken, werden die Mitarbeiter der Stadtwerke weiter in getrennten Gruppen arbeiten und die allgemeinen Schutzmaßnahmen einhalten.

Die Lechwerke, die viele Haushalte mit Strom, Gas und Wasser versorgen, haben bereits zu Beginn der Pandemie einen Krisenstab eingerichtet und besondere Vorkehrungen getroffen, um das Infektionsgeschehen einzudämmen. „Unser oberstes Ziel ist der sichere Betrieb der Infrastruktur bei gleichzeitiger Minimierung der Infektionsrisiken für unsere Mitarbeiter und die Gesellschaft allgemein“, sagt LEW-Pressesprecher Ingo Butters. Das ist dem Energieversorger gelungen: Trotz Personalausfällen ist der Erhalt der Infrastruktur nicht gefährdet.

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