Nach den Drohbriefen in Schongau: Die Reaktionen der Schüler

Schongau - Die Schließung der Schongauer Schulen nach dem Auftauchen mehrerer Drohbriefe hat unter Schülern zu großen Diskussionen geführt. In Internetforen tauchten wilde Gerüchte auf.

Auch auf der Internetplattform Facebook herrscht unter den mehreren Tausend Schülern ein reger Austausch über die Bedrohung an den Schulen, auch Mutmaßungen und Gerüchte zu den verteilten Zetteln werden kommentiert - und die sind meist beunruhigend: Einmal heißt es beispielsweise, auf einem der, so eine Schüleraussage, blutverschmierten Zettel stünde „Morgen gibt‘s ein Blutbad an der Schule“, andere Schüler diskutieren über nähere Details zu der Amok-Drohung.

„Die Diskussionen über Facebook haben schon ganz früh am Tag angefangen, viele haben es so überhaupt erst erfahren und auch ich habe dort nachgeschaut, als ich nicht glauben konnte, was im Radio gesagt wurde“, erzählt die 16-jährige Realschülerin Veronika Walser. Angst, wieder in die Schule zu gehen, hat die Peitingerin jedoch nicht. „Die Verantwortlichen wissen bestimmt, was sie tun, und wenn noch Gefahr bestehen würde, wären die Schulen wahrscheinlich weiterhin geschlossen.“ Der gleichen Meinung ist auch Katharina Heiland. Die 16-jährige Peitingerin geht ebenfalls mit einem relativ guten Gefühl wieder in den Unterricht der Realschule und ist außerdem froh, dass rechtzeitig reagiert wurde.

Darüber sind auch die 16-jährigen Schülerinnen Ramona Wagner und Sarah Weinhölzner froh. Allerdings sind sich die beiden Realschülerinnen einig, dass „gerade jetzt mehr für die Sicherheit an den Schulen getan und speziell kontrolliert werden sollte“. Dementsprechend beunruhigt werden sie heute den Gang in ihr Klassenzimmer antreten, denn „viele der Gerüchte sind erschreckend und es ist komisch zu wissen, dass an dem Ort, an dem man sich gerade aufhält, noch gestern etwas schlimmes passieren sollte“, findet die Altenstadterin Ramona.

An einen schlimmen Amoklauf denkt Pia Kuran aus Schwabniederhofen hingegen nicht. Auch wenn die 16-jährige Realschülerin über die Radiomeldung geschockt war, hält sie die Drohungen eher für einen Schülerstreich. „Warum sollte man einen Amoklauf denn auch ankündigen?“ fragt sie sich. Mit dieser Einstellung wird sie heute ohne Angst in die Schule gehen, denn außerdem „wurde alles getan, was in diesem Fall getan werden konnte“, meint die Zehntklässlerin. Ähnlich gelassen sieht auch der Schongauer Tim Haselwarter die Ausnahmesituation: „Obwohl ich zusammen mit meinen Freunden natürlich alle Neuigkeiten mitverfolge und auch über die Bedrohung der Schongauer Schulen nachdenke, glaube ich trotzdem nicht, dass es ein Ernstfall ist“, so der Zehntklässler des Gymnasiums.

Und auch wenn die Meinungen der Schüler des Schongauer Schulzentrums auseinandergehen, kann sich niemand völlig sicher sein, und eines ist wohl klar: Die nächsten Schultage werden anders sein als sonst. Allein deshalb, da die Gelände von der Polizei überwacht sein werden und außerdem Psychologen zur Verfügung stehen. „Eine neue, aber unschöne Erfahrung“, findet Gymnasiastin Carina Knauth (17).

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