Nach Socher-Rücktritt suchen Kliniken neuen Chef

Weilheim-Schongau - Die hochdefizitäre Krankenhaus GmbH des Landkreises Weilheim-Schongau gerät nicht aus den Schlagzeilen.

Nur drei Wochen nach dem Nein des Kreistages zur Schließung des Krankenhauses Peißenberg im kommenden Jahr hat Geschäftsführer Reinhold Socher (60) gestern seinen Rücktritt bekannt gegeben. Der Aufsichtsrat, der stets nichtöffentlich tagt, habe dem Antrag Sochers bei seiner gestrigen Sitzung zugestimmt, heißt es in einer knappen Mitteilung der Pressestelle der Krankenhaus GmbH. Ein Personalunternehmen werde mit der Suche nach einem Nachfolger beauftragt. Solange bleibe Socher im Amt.

Der Hohenpeißenberger war erst im September 2012 zum Geschäftsführer bestellt worden, vorher hatte er elf Jahre als Prokurist für die GmbH gearbeitet. Was mit dem erst im Juni neu eingestellten Prokuristen Florian Diebel passiert, wird in der Mitteilung nicht erwähnt.

Der Schritt kommt für viele nicht gerade überraschend: Socher - und mit ihm Landrat Friedrich Zeller - hatten sich gegenüber dem Kreistag mit ihrer Forderung nicht durchsetzen können, das 40-Betten-Haus in Peißenberg 2014 zu schließen. Auch die beiden Chefärzte Dr. Wilhelm Fischer (Peißenberg) und Dr. Andreas Knez (Weilheim) hatten sich klar gegen Sochers Pläne gestellt.

Einige Kreisräte haben sich - wenn auch hinter vorgehaltener Hand - für eine Ablösung Sochers ausgesprochen. Hauptkritikpunkt: Statt des zum Jahresende prognostizierten Defizits von rund 3,6 Millionen Euro für 2012, wartete Socher in einer nichtöffentlichen Sitzung mit der Nachricht auf, dass das tatsächliche Defizit rund 2,2 Millionen Euro höher liege. Daraufhin soll Socher bei besagter Sitzung heftig attackiert worden sein und im weiteren Verlauf seinen Rücktritt angeboten haben.

Johannes Thoma

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