Nachbar-Protest gegen neue Kunstrasenplätze

Penzberg - Die Nachbarn des Nonnenwaldstadions in Penzberg fürchten um das letzte bisschen Wochenendruhe. Sie protestieren gegen die geplanten zwei Kunstrasenplätze.

Am Montagabend trafen Anwohner und Rathaus aufeinander. Rund 70 Zuhörer waren auf Einladung der Stadt zu einer Informationsveranstaltung in das Betriebsgebäude am Stadion gekommen. Nach Darstellung der Stadtverwaltung ist die endgültige Entscheidung über die Kunstrasenplätze noch nicht gefallen. Der Bauantrag könnte zwar zur Genehmigung ans Landratsamt geschickt werden, er habe das Haus aber noch nicht verlassen, sagte Stadtbaumeister Justus Klement. „Dazu fehlt die politische Entscheidung.“ Daran, dass die zwei Plätze entstehen, wenn auch nicht gleichzeitig, dürfte allerdings kaum Zweifel bestehen.

Das Hauptproblem der Anwohner ist der Lärm. Bereits jetzt ärgern sich Nachbarn massiv, wenn Musik und Durchsagen über die Lautsprecher laufen. „Abmontieren“, lautete eine Forderung. Der Lärmgutachter chlug indes vor, jene Lautsprecher, die die Nachbarschaft mitbeschallen, so zu installieren, dass sie nur am Platz zu hören sind.

Der von der Stadt beauftragte Gutachter nannte als wesentliche Schallquellen An- und Abfahrten, Zuschauer, Schiedsrichterpfiffe, Spieler-Zurufe und Lautsprecher-Durchsagen. Unruhe herrschte im Saal, als er einen Belegungsplan zeigte, der einen Spielbetrieb an allen Abenden und am ganzen Samstag vorsieht. „Wir gehen vom schlimmsten Fall aus“, versuchte Bürgermeister Mummert zu beruhigen – ohne Erfolg. Die Anwohner vermuten, dass es in einigen Jahren genau so kommen wird.

Mit einer Beschränkung der Spielzeiten könnten laut Gutachter die Grenzwerte eingehalten werden. Der Knackpunkt: Gesetzliche Grenzwerte sind etwas anderes als der subjektiv empfundene Lärm. Das Dilemma hat man im Rathaus erkannt. Bürgermeister Mummert versprach: „Man werde alles tun, um die Anwohner zu schützen, auch darüber hinaus, was gesetzlich gefordert ist.“ (mehr in der Mittwochsausgabe)

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