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Der Regio sollte in der Region Wohlstand bringen, ähnlich wie einst die Wertgutscheine in Wörgl. 

alternative währung

Neue Chance für den „Regio“

Landkreis - Fast ein Jahrzehnt ist es  her, dass sich in Weilheim und Umgebung eine Alternative zum Euro verbreitete. Allerdings scheiterte der „Regio“.

Der „Regio“, der offiziell kein Geld, sondern ein Wertgutschein ist, sollte wie Geld zum Zahlen benutzt werden. In den vergangenen Jahren wurde es still um die bunten Scheine. Jetzt plant der Dachverband einen Neustart – vorausgesetzt, es gibt Bürger, die eine Ortgruppe zur Regio-Einführung gründen wollen.

Laut Daniela Wimmer, beim gemeinnützigen bayernweiten Verein „Regio“ für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, sind die „Regio“-Aktivitäten im Raum Weilheim eingeschlafen. Dies liege vor allem daran, dass es hier bisher nur ehrenamtliche Mitarbeiter gegeben habe. Als diese aufgrund beruflicher Veränderungen ihre Engagement einstellen mussten, verschwand der „Regio“ weitgehend aus dem Zahlungsverkehr.

Ein Blick auf die Website des Vereins bestätigt dies: Weilheim ist in der Städteliste nicht aufgeführt. Auch zwei Anrufe im Landkreis führten nicht zum Erfolg. Bei den Telefonnummern kommt die Ansage, dass diese ungültig sind. Peter Frank, der in Weilheim eine Ausgabestelle für den „Regio“ haben soll, erklärt, dass es keine Nachfrage gab und dass er diese Funktion schon vor zwei Jahren aufgegeben habe. Fehlanzeige auch bei der „Raiffeisenbank Beuerberg-Eurasburg“. „Wir waren mal Ausgabestelle, aber sind es nicht mehr“, lautet die Auskunft eines Mitarbeiters. Nicht besser sieht es in Murnau aus. Dort meldet sich Lothar Schultz, der laut Website ebenfalls eine Ausgabestelle betreibt. Er berichtet, dass es zwischen Murnau und Oberammergau rund 30 Unternehmen gegeben habe, die den „Regio“ als Zahlungsmittel akzeptieren hatten. Aber: „Momentan geht nichts.“

Daniela Wimmer, die neu in ihrem Amt ist, betont, dass der Internetauftritt – der Terminkalender enthält drei Einträge von 2015 – in nächster Zeit überarbeitet werden soll. Die Regionalwährungen haben nach ihrer Einschätzung eine Zukunft, da sie aufgrund ihrer Umlaufsicherung – ein eingebauter Wertverlust – zu schnellem Umsatz in der Region führen und damit die heimische Wirtschaft fördern.

Eine der bekanntesten Regionalwährungen wurde 1932 in Wörgl in Tirol aufgelegt. Damit gelang dem Initiator, Bürgermeister Michael Unterguggenberger, mitten in der Wirtschaftskrise etwas Wohlstand in der Gemeinde zu schaffen. Neben notwendigen Dingen wie einer Brücke konnte auch ein Freibad gebaut werden. „Während der 13,5 Versuchsmonate des Währungsexperimentes wurden rund 100 Menschen beschäftigt, teils direkt durch die Bauprogramme, teils in Zulieferbetrieben. Die Zahl der Arbeitslosen ging in Wörgl um 16 Prozent zurück, während sie in Österreich um 19 Prozent stieg“ ist auf der Website unterguggenberger.org zu lesen.

Info:

Regio-Interessenten erhalten Informationen von Daniela Wimmer unter E-Mail danie la.wimmer@der-regio.de.

Alfred Schubert

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