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Keine 100 Meter unterhalb der Kurve auf dem Hirschberg liegt die Pähler Schlucht, die als einmalig im weiten Umkreis gilt.

Behörden alarmiert

Pähler Schlucht: Wie sehr musste die Natur leiden?

Pähl - Die Baumfällarbeiten in der Pähler Schlucht werden immer umstrittener. Möglicherweise gibt es noch mehr Schäden als bisher angenommen. Die Behörden prüfen das nun.

Die umstrittenen Forstarbeiten in der „Pähler Schlucht“ sind nun ein Fall für die Behörden: Damit befasst sind inzwischen die Regierung von Oberbayern, das Landratsamt Weilheim-Schongau und auch das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Weilheim. Sie prüfen, ob es über die Schäden hinaus, die durch den außerhalb der Frostperiode nicht genehmigten Bau eines Rückeweges und den Bau eines überhaupt nicht genehmigten zweiten solchen Weges entstanden sind, weitere Beeinträchtigungen gegeben hat. „Eine Fällungserlaubnis ist im Naturschutzgebiet nicht erforderlich, wenn es sich um ordnungsgemäße Forstwirtschaft handelt“, die Entnahme von Holz sei möglich, heißt es in einer Stellungnahme der Regierung von Oberbayern. Eine FFH-rechtliche Ausnahme sei nach „damaliger Sachlage“ nicht erforderlich gewesen, so Regierungssprecherin Michaela Krem. Dreh- und Angelpunkt dabei ist der Begriff „ordnungsgemäße Forstwirtschaft“, der im bayerischen Waldgesetz definiert ist. Sie zielt auf eine nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder ab. „Wir stehen mit dem zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten zur Frage der ordnungsgemäßen Forstwirtschaft insbesondere in einem Schluchtwald in Kontakt“, so Krem. Da die Prüfungen noch laufen, könne noch keine Auskunft darüber getroffen werden, ob und welche Folgen die Verstöße haben könnten.

Die Pähler Schlucht ist ein ganz besonderer Ort im Landkreis. Sie ist zum einen Naturschutz- und FFH-Gebiet, zum anderen auch ein beliebtes Erholungsgebiet. Durch sie führt eine anspruchsvoller Schluchtwanderweg über 3,6 Kilometer mit einem gewaltigen Wasserfall. Ein „Kompass“-Wanderführer stuft die Tour als „schwer“ ein, das Bayerische Landesamt für Umwelt führt die Schlucht in seinem Geotop-Kataster als „gut erhalten“ und „heimatkundlich bedeutend“. Als „unseriös“, „unrichtig“ und „reißerisch“ bezeichnet derweil der Pähler Bürgermeister Werner Grünbauer die Ausführungen der Naturschutzverbände und der „Schutzgemeinschaft Ammersee Süd“, die die Forstarbeiten anprangerten. „Es gibt keinerlei Anhaltspunkte für einen Verstoß gegen die Genehmigung“, so Grünbauer in einer eineinhalbseitigen Stellungnahme der Gemeinde. Man könne kritisieren, dass für die Maßnahme kein gefrorener Boden genutzt werde, schreibt er, „dafür ist aber der Eigentümer nicht zu verantworten“, so Grünbauer. Es sei sicherlich verständlich, dass der Abtransport des Holzes unter den Gegebenheiten noch vor Beginn der Brutzeit durchzuführen sei.

Bilder im Internet 

Er als Bürgermeister begrüße jedenfalls die Maßnahmen, „die bereits vor 20 Jahren hätten erfolgen sollen“. Denn, so Grünbauer, „2002 versank Pähl als Folge einer Verklausung in der Pähler Schlucht in einer meterhohen Überschwemmung mit Schäden in sechsstelliger Höhe“. Bilder und einen Film zu der Überschwemmung gibt es laut Grünbauer im Internet, und zwar unter www.gemeinde-paehl.de sowie auf http://youtu.be/UxX2fQ_bRDo

gre

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