Paterzeller Realschüler dürfen nach Peißenberg

Wessobrunn/Peißenberb - Es geht um drei Schüler aus Paterzell, die in die Peißenberger Realschule statt in die Weilheimer wollen. Im neuen Schuljahr dürfen sie das, entschied der Schulausschuss gegen die Stimme von Landrat Zeller.

Es geht um drei Schüler, aber die Frage hat sich zum Politikum entwickelt: Welche Realschule dürfen Kinder aus Wessobrunn und seinen Ortsteilen besuchen? Weilheim, zu diesem Schulsprengel gehört Wessobrunn, oder Peißenberg, dorthin zieht es viele Kinder, gerade jene aus dem benachbarten Paterzell. Im kommenden Schuljahr dürfen die Kinder wieder nach Peißenberg, das entschied der Schulausschuss gegen die Stimme von Landrat Dr. Friedrich Zeller.

Das Thema wurde im Schulausschuss des Kreistages behandelt, weil der Landkreis für die Realschulen und die Schülerbeförderung dorthin zuständig ist. Die Landkreisverwaltung mit Zeller an der Spitze schlug vor, den Antrag der Gemeinde Wessobrunn abzulehnen: Zum einen aus Angst vor weiteren Fällen, zum anderen weil sich die Ausgangssituation geändert habe: Im Gegensatz zum vergangenen Jahr, als da „Ja“ für ein Jahr erteilt wurde, stimmte der Rektor der Realschule Weilheim, Günther Strödel, der Ausnahme nicht zu, weil seine Schule dank der Erweiterung um zwölf Räume nun genügend Platz biete und die Peißenberger Schule unter Raumnot leide. Laut Gesetz kann der Landkreis der Ausnahmegenehmigung nur zustimmen, wenn das auch beide betroffenen Schulen befürworten. Das war nicht der Fall, deshalb sei der Antrag der Gemeinde Wessobrunn abzulehnen, so die Verwaltung, einen Ermessensspielraum gebe es nicht.

Das sahen die Mitglieder des Schulausschusses anders: „Es gibt keinen zwingenden Grund, den Antrag abzulehen, der sich schon letztes Jahr bewährt hat. Es fährt ja kein zusätzlicher Bus“, so Klaus Gast (Marnbach, CSU). Er kritisierte den Weilheimer Schulleiter, sein Verhalten sei „sehr befremdend“. In diesem Falle solle man den „unsinnigen Paragraphen vergessen“ schlug Hans Schütz (Peiting, Grüne) vor.

Weilheims Schulleiter Strödel „versteht die Aufregung nicht“. Er habe sich an die gesetzlichen Vorgaben gehalten, schließlich klage die Peißenberger Realschule schon seit Jahren über Raumnot. Grundsätzlich halte er die jetzt getroffene Lösung für die „pragmatischere“.

Übrigens: Die Mehrkosten für die Schülerbeförderung nach Peißenberg übernehmen die betroffenen Eltern - bis zu 250 Euro im Jahr. Würden die drei Kinder aus Paterzell und Pleik mit dem Bus nach Weilheim fahren, wären sie wesentlich länger unterwegs, da der Bus erst über Forst und Wessobrunn in Richtung Weilheim fährt.

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