Penzberger Hoerbiger-Beschäftigte appellieren an Politik

Penzberg - Einen Hilferuf an die Politik haben die Penzberger Hoerbiger-Beschäftigten gestartet: „Es geht um unsere Arbeitsplätze, unsere Familien und unsere Kinder."

Mit dem Schreiben an mehrere Landes- und Kommunalpolitiker stemmen sich die Penzberger Hoerbiger-Beschäftigten gegen den drohenden Abbau von rund 50 der 150 Arbeitsplätze in Penzberg. Dieser Personalabbau gefährde den gesamten Hoerbiger-Standort in Penzberg, warnen die Mitarbeiter. Mit unter 100 Beschäftigten und dem derzeitigen Produktspektrum sei nur schwer eine Perspektive zu erkennen. „Darum wollen wir alles daran setzen, diesen Personalabbau zu verhindern“, heißt es weiter.

Der Betriebsrat hat sich bereits darangemacht: Er erarbeitet mit Unterstützung der IG Metall, einer Fachanwältin und einer Beratungsgesellschaft ein Konzept, das im Kern die extensive Nutzung der Kurzarbeit, die Qualifizierung der Arbeitnehmer und die Rückführung ausgelagerter Produktionen beinhaltet. „Es geht darum, Zeit zu gewinnen, bis sich die Auftragslage wieder verbessert und neue alternative Produkte greifen“, so die Beschäftigten. Zugleich werfen sie dem Unternehmen vor, fremdvergebene Produkte zur Arbeitsplatzsicherung nicht nach Penzberg zurückzuholen und stattdessen für den Aufbau eines neuen Werks nach Polen zu verlagern.

Das Penzberger Werk habe in den vergangenen Jahren erheblich zu den Profiten des Hoerbiger-Konzerns beigetragen, schreiben die Arbeitnehmer. Sie fordern das Unternehmen nun auf, einen Teil der Erträge dafür zu verwenden, die Arbeitsplätze und den Standort in Penzberg zu sichern. „Es kann nicht sein, dass man Arbeitnehmer, die über Jahrzehnte die Früchte erarbeitet haben, bereits nach einem Monat Kurzarbeit fallen lässt, sobald sich die ersten großen Schwierigkeiten in der Automobilindustrie zeigen“, heißt es in dem offenen Brief (mehr in der Freitagsausgabe).

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