Der Weihnachtsmarkt an der Kapelle in Pollingsried war beliebt. Heuer lässt die Pfarrei die Veranstaltung nicht zu. Das Foto entstand 2012. Archiv gronau

Pfarrei lässt Weihnachtsmarkt nicht zu

Pollingsried - Dass eine Pfarrei einen Weihnachtsmarkt ablehnt, kommt nicht oft vor. Doch die Kirchenverwaltung Eberfing wollte heuer keinen Markt in Pollingsried.

Der Pollingsrieder Adventsmarkt samt Adventssingen zählte zu den stimmungsvollsten Veranstaltungen in der Vorweihnachtszeit im Umkreis von Weilheim. Zumindest heuer wird es diesen Markt, der traditionell am zweiten Adventssonntag im abseits gelegenen Wald zwischen Seeshaupt und Eberfing stattfand, nicht geben. Das hat die zuständige Kirchenverwaltung Eberfing beschlossen.

Die Entscheidung stieß beim soeben aufgelösten „Förderverein zum Erhalt der Pollingsrieder Kapelle“ auf wenig Verständnis: Das Ansinnen der Familie Hausner, den Markt nach der Vereinsauflösung doch noch auf die Beine stellen zu dürfen, sei mehrfach von der Pfarrei „barsch zurückgewiesen worden“, schreibt Felix Flemmer, früher Mitglied im Förderverein und alle Jahre als Nikolaus beim Weihnachtsmarkt, in einer Mitteilung.

Der Verein hatte den Markt in den letzten Jahren organisiert, zuvor war dies von der Familie Hausner übernommen worden, die in unmittelbarer Nähe, in Tradlenz, lebt. Zwischen der Familie Hausner und dem Förderverein auf der einen Seite sowie der Kirchenverwaltung Eberfing und den Anwohnern rund um den Weiler mit Altbürgermeister Eduard Ott auf der anderen Seite hatte es in den vergangenen Jahren immer wieder Zwistigkeiten aus unterschiedlichen Gründen gegeben.

Das bestätigt auch Pfarrer Martin Weber, in dessen Pfarreiengemeinschaft Pollingsried liegt. „Wir wollen erst einmal etwas Ruhe reinbringen, mir ist auch klar, dass dies viele Menschen bedauern werden“, so Weber, der darauf hinwies, dass weder die Familie Hausner noch der Förderverein jemals eine offizielle Berechtigung hatten, dort einen Weihnachtsmarkt abzuhalten. Gleichwohl seien die Veranstaltungen immer stimmungsvoll und schön gestaltet gewesen.

Weber lässt offen, ob der Markt, den es rund zwei Jahrzehnte gibt, im nächsten Jahr wieder stattfinden wird. Eine Entscheidung werde in Absprache mit der Kirchenverwaltung, insbesondere mit dem Beauftragten für die Pollingsrieder Kapelle, Eduard Ott, fallen. Der weist daraufhin, dass die Auflagen des Landratsamtes in Sachen „Hygiene“ und „Sicherheit“ eine Ausrichtung erschwerten.

Die Hausners bedauern die Absage sehr. Ihre Enttäuschung sei groß. „Die haben unendlich viel Herzblut investiert“, so Flemmer.

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