Ohne Spenden kein Hospiz

Polling - Viele gemeinnützige Einrichtungen sind für ihre Arbeit auf Spenden angewiesen - so wie der Hospizverein im Pfaffenwinkel. Er hat einen Bedarf von rund 250 000 Euro pro Jahr.

Wenn Vereine, Firmen oder Organisatoren dem Hospiz in Polling größere Spenden oder den Erlös von Veranstaltungen übergeben, sind diese Beträge nur die Spitze der finanziellen Zuwendungen. Basis der Spenden sind laut Hospizvereins-Vorsitzender Renate Dodell zu zwei Dritteln Klein- und Kleinstspenden von Bürgern - 10, 20, 30, 40 oder 50 Euro. Und die fließen nicht nur vor Weihnachten. „Ein Teil der Spender überweist uns regelmäßig Geld“. Hinzu kommen mal kleinere, mal größere Summen, wenn in Todesanzeigen anstelle von Blumen für einen Verstorbenen um Spenden fürs Hospiz gebeten wird.

Die Hospizbewegung hat ihren Ursprung Ende der 1960er Jahre in England. „Sie war von Beginn an eine bürgerschaftliche Bewegung“, sagt die Vereinsvorsitzende Renate Dodell. Eine solche ist sie seit der Gründung des Hospizvereins 1992 auch im Pfaffenwinkel. Über 140 Hospizhelfer, die allesamt beim Hospizverein eine Ausbildung durchlaufen haben, leisten ambulant rund 16 000 Stunden jährlich bei der Begleitung Schwerstkranker. Erst im Herbst hat ein neuer Kurs mit 26 Teilnehmern begonnen. Alle Hospizhelfer arbeiten wie auch der gesamte Vorstand ehrenamtlich.

Und die Zahl der Mitglieder wächst stetig - von 630 im Jahr 2011 auf aktuell über 900. Neben Einzelpersonen sind auch viele Gemeinden und Pfarrgemeinden Mitglied im Hospizverein, wobei alle Beiträge ebenfalls in den Spendentopf fließen.

Die Kosten für das 2002 eröffnete stationäre Hospiz im Kloster Polling - das erste im ländlichen Raum mit damals acht und heute zehn Betten - werden zu gut 90 Prozent von den Kranken- und Pflegekassen getragen. Dafür sind regelmäßig individuelle Pflegesatzverhandlungen erforderlich. Dass die Kosten nicht in voller Höhe übernommen werden, liegt laut Dodell am hohen Personalschlüssel. Aber mit 1,4 Pflegekräften pro Bett „gewährleisten wir höchste Qualität“, sagte die frühere Landtagsabgeordnete. Um das alles leisten zu können, braucht es pro Jahr rund 250 000 Euro an Spenden. Neben jenem Personalkostenanteil, den die Kassen nicht übernehmen, werden damit auch ein Großteil der Sachkosten fürs stationäre Hospiz, die Sachkosten für die Geschäftsstelle des Hospizvereins in Bernried und zum Beispiel auch Umbauten finanziert. Das sei eben nur mit all den Spenden zu schaffen, die das ganze Jahr über eingehen, so Dodell. „Dafür möchten wir allen ein herzliches Dankeschön sagen. Ohne Spenden wäre unsere Arbeit nicht möglich“. Monika Brandmaier

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