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Die Heimatzeitung ist immer dabei: (v.l.) Johannes Morgenroth, Florian Möckl und Andreas Nudlbichler spielten in Las Vegas auf.

„Koitaboch-Musi“ in Las Vegas.

504 Mal ein „Prosit der Gemütlichkeit“

Landkreis - Ein Wielenbacher und ein Ettinger brachten den Amis mit der „Koitaboch-Musi“ die bayerische Lebensart näher. Direkt in Las Vegas.

Wie fühlt man sich als Musiker, der 504 Mal ein „Prosit der Gemütlichkeit“ spielen musste? Erschöpft, aber trotzdem glücklich. So sieht zumindest Florian Möckl aus, Bandmanager und Frontmann der „Koitaboch-Musi“ aus Garmisch-Partenkirchen. Möckl kam jetzt zusammen mit Schlagzeuger Andreas Nudlbichler wieder im Werdenfelser Land an. Fast einen Monat hatte Möckl mit dem Wielenbacher Nudlbichler und Johannes Morgenroth aus Etting in Las Vegas, der Weltstadt des Casinogeschäfts, verbracht. 28 Abende mit authentischer bayerischer Volksmusik auf der Bühne des dortigen Hofbräuhauses waren geplant.

Am Ende wurden es 168 Stunden Musik, 2520 Lieder, 84 Brezeln und 168 Weißwürste. Ein bayerischer Musik-Marathon in Nevada. „Sechs Stunden am Stück auf der Bühne zu stehen, war dann doch ganz schön hart“, gesteht Möckl. Ein Ruhetag pro Woche, jeden Tag zwei Stunden Sightseeing und nicht zuletzt das tägliche Weißwurstritual dienten dem Trio aus dem Oberland als willkommene Abwechslung unter dem künstlichen weiß-blauen Himmel im Biergarten des Hofbräuhauses. Möckl lobt die Einrichtung in den höchsten Tönen: „Auf Authentizität und Qualität wird hier sehr viel Wert gelegt.“ Neben dem Original-Bier und der bayerischen Küche sind sogar die Dachschindeln des Hauses aus dem Freistaat. Dazu die „Koitaboch-Musi“, mehr Original geht in den USA eigentlich nicht. Das zieht Touristen an. „Wir haben sehr viele Deutsche und Österreicher getroffen“, berichtet Möckl. Die Mehrheit der Amerikaner hätte ihn in einer anderen Hinsicht positiv überrascht: „Die sind alle in Sachen ,Feiern’ sehr brav. Nach ein paar Bier ist sehr schnell Feierabend.“ Hinzu kommt: Der November ist in Las Vegas eher ein ruhiger Monat. Sonntag, Montag und Dienstag kämpft man um die Kundschaft. Plätze bleiben frei. „Erst ab Mittwoch geht es bergauf, und die Bude wird voll“, sagt Möckl.

Der guten Stimmung an jedem Abend tue dies aber keinen Abbruch. Dass die hiesige „Koitaboch-Musi“ mittlerweile auch als internationaler Musikexport gelten kann, erfuhren Möckl und Co. am eigenen Leib. Nach einem überteuerten Bier für acht Dollar im berühmten Hotel-Casino-Komplex „Mandalay Bay“ schwang sich das Trio ins Taxi. „Da gibt es so viele davon“, weiß Möckl. Sie landeten einen Volltreffer. „Der Fahrer hat uns erst auf Englisch angeredet und dann ins Deutsche gewechselt.“ Als er den Bandnamen hörte, sei er im positiven Sinne durchgedreht. „Er kannte alle Lieder mit Songtext und outete sich als Fan unserer Gruppe.“ Am Ende stellte sich heraus: Der amerikanische Staatsbürger, Mitte 50, hat Berliner Wurzeln und kannte die Musiker aus der Presse. „Wir haben früher hin und wieder etwas mit Nischenprogrammen wie dem deutschen Musikfernsehen gedreht. In Deutschland hören das nur wenige, aber in den USA findet das unter Deutschen oder Aussiedlern viel Beachtung.“

Von der Bühne ging es direkt in den Flieger und zurück nach Deutschland. Am Tag nach der Ankunft stand bereits der nächste Auftritt im Murnauer „Griesbräu“ an. Sehnsucht nach einer Pause? Möckl verneint. Nochmal Las Vegas? „Es spricht nichts dagegen.“ Auch vom Hofbräuhaus kamen positive Signale. „Sie würden uns nächstes Jahr wieder einladen.“ Er zögert. „Aber als Musiker musst du von Jahr zu Jahr denken.“ Las Vegas sei eine sehr gute Erfahrung gewesen. „Wir haben Kontakte gewonnen.“ Und sicherlich auch jede Menge neue Fans.

Hannes Bräu

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