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Auch wenn es voll ist: Die Insel Mallorca, hier El Arenal, wird Ländern  wie Ägypten bevorzugt.

Rückgang bei Reisen nach Nordafrika und arabische Länder

Lieber Mallorca als Ägypten

Landkreis - Reisebüros spüren wegen der Anschläge einen Rückgang bei Reisen nach Nordafrika und in arabische Länder. Eine Alternative ist Mallorca.

Nach den jüngsten Terroranschlägen auf Großstädte wie Paris oder Istanbul sind viele Menschen verunsichert, was ihre Reiseziele betrifft. Doch wirkt sich das auch auf ihr Buchungsverhalten aus? Lokale Reisebüros wissen, wo ihre Kunden hinwollen.

Judith Stoll, Leiterin von „TUI TravelStar Volksbank“ in Penzberg, sagte, dass ihre Kunden weiterhin zu großen und bekannten Städten reisen und diese besichtigen würden. Länder wie Ägypten und Tunesien würden mittlerweile jedoch eher gemieden. „Das Reiseinteresse an Anschlagsorten wie Istanbul und Paris hat leicht abgenommen, weil sich Reisegäste dort unwohl und unsicher fühlen“, so Stoll. Die Kunden würden selten umbuchen, jedoch habe es bereits einzelne Stornierungen gegeben, weil ihnen die Lust am Reisen vergangen sei.

Auch Uta Orawetz, Geschäftsführerin und Inhaberin des Weilheimer Reisebüros „Simader“ und des „Weilheimer Reiseservice“, weiß, dass die Anschläge besonders nordafrikanischen Ländern schaden. „Ich gehe davon aus, dass Urlaube in Tunesien künftig günstiger werden“, sagte sie über die Folgen. Städtereisen seien derzeit allgemein nicht sehr gefragt, es würden momentan hauptsächlich Badeurlaube gebucht. „Spanien und Griechenland sind beliebt“, so Orawetz. Bei Reisen in gefährdete Gebiete zeiget sich die Reiseveranstalter bei Stornierungen oder Umbuchungen sehr kulant. „Meist finden wir eine gute Lösung“, sagte Orawetz. Die Veranstalter würden sich regelmäßig mit dem auswärtigen Amt über Risikogebiete abstimmen und ihre Kunden rechtzeitig informieren.

„Ich rate meinen Kunden, keinen Schnellschuss zu machen und mit Stornierungen zu warten“, sagte Tscharlie Schramm, Inhaber des Peitinger Reisebüros „Tscharlies Reisen“. Egal, ob jetzt oder erst in ein paar Monaten storniert würde – die Kosten seien dieselben. „Außerdem können Reisen in Krisengebiete kostenlos storniert werden“, so Schramm. Seine Kunden hätten noch keine Reisen in die Türkei storniert. Nordafrika sei allerdings sehr unbeliebt. Nur Reisende, die regelmäßig nach Ägypten fliegen, würden dies auch weiterhin tun. „Marsa Alam ist einer meiner Geheimtipps“, sagte Schramm. Über Reisewarnungen würden die Kunden sowohl durch die Veranstalter als auch von ihm im Reisebüro informiert. „Insbesondere Spanien und Griechenland profitieren von der Verunsicherung der Bevölkerung“, sagte Schramm. Mallorca und auch Kreta und Rhodos seien sehr gefragt

Marc Christoph und Regina Mittermeier

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