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Die Schattenseiten des Sommers

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Viele leiden unter Kreislaufproblemen – das BRK ist im Dauereinsatz. Rettungsassistentin Anna-Maria Palmberger und Rettungssanitäter Dominik Haunold demonstrieren in Weilheim, wie sie Blutdruck und Sauerstoffsättigung nach einem Kollaps prüfen © Peter Preller

Weilheim-Schongau - Die Hitze hält an: Die Wetterbeobachter vom Hohen Peißenberg erwarten 33 Grad und extreme Schwüle für diese Woche. Viele freut's. Doch die Hitze hat auch Schattenseiten.

Heiße Ohren haben die Mitarbeiter der Integrierten Leitstelle (ILS) in Weilheim derzeit ständig - dabei sitzen sie selbst in klimatisierten Räumen. Trotzdem ist die Hitze schuld, denn die ILS-Leitungen glühen. Die Disponenten müssen derzeit sehr viel mehr Anrufe als sonst entgegennehmen. „Wir kriegen die Hitzeperiode sehr zu spüren“, sagt ILS-Chef Helmut Ochs. Waren es im Mai und Juni noch 430 beziehungsweise 510 Notrufe, die eingingen, sind es im Juli um die 573 pro Tag. Die ILS ist neben Weilheim-Schongau noch für zwei andere Landkreise zuständig. Die Retter müssen wegen Verkehrsunfällen raus, aber auch verstärkt wegen Einsätzen in Flüssen, Seen und in den Bergen. „Die Menschen machen bei schönem Wetter viel mehr draußen, also passiert dort auch mehr“, sagt Ochs. Jüngste Beispiele sind die Bootsunfälle auf der Isar.

Aber auch im Landkreis sind die Sankas im Dauereinsatz. „Kreislaufkollapse gibt es jede Menge“, sagt Ochs. Viele Menschen vertragen die heißen Temperaturen nicht. Das könnte in den kommenden Tagen noch schlimmer werden. Wetterbeobachterin Doris Richter vom Hohenpeißenberger Observatorium sagt bis zu 33 Grad voraus. Gerade am morgigen Mittwoch werde es extrem schwül - Gewitter sind sehr wahrscheinlich, Abkühlung bringen sie aber nicht.

„Trinken, trinken, trinken“, empfiehlt Dr. Karl Breu, Chef des Kreis-Gesundheitsamtes. Vor allem Senioren und Kinder seien bei diesen Temperaturen gefährdet, weil sie häufig das Trinken vergessen. 40 Milliliter pro Kilogramm Körpergewicht sei die Faustregel - mindestens zwei Liter am Tag. Von Kaffee und Alkohol sollten die Durstigen aber die Finger lassen. Gut ist Leitungswasser: „Unser Trinkwasser ist sehr gehaltvoll“, so Breu.

Gefahr besteht auch in der Natur: „Gerade ist es gefährlich trocken“, sagt Markus Schmorell vom Forstamt in Weilheim. Die Waldbrandgefahr ist bei Stufe Vier, der zweithöchsten. Brennende Zigarettenkippen und offene Feuer sollten nahe am Waldrand tabu sein. Das Forstamt rüstet sich: „Wir werden wohl bald die Gegend abfliegen, um Gefahrenherde frühzeitig zu erkennen.“

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