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Geldstrafe nach Todesdrohung

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Schongau/München - Ein Schongauer (36) stand wegen einer Todesdrohung in einer Berufungsverhandlung vor dem Landgericht München und fand einen milden Richter.

Immer wieder sorgte ein Maler und Lackierer (36) für Ärger in einem Mietshaus in Schongau. Er störte den Hausfrieden, zahlte keine Miete und baute die Steckdose in der Waschküche so um, dass er den Strom abziehen konnte. Im Juli vorigen Jahres dann der vorläufige Höhepunkt: eine Todesdrohung. Der Mann schrie durchs Treppenhaus: „Ich bring euch alle um!“ Das Amtsgericht Weilheim verurteilte ihn im Dezember wegen Bedrohung zu einer Geldstrafe von 55 Tagessätzen à 20 Euro. Doch der Staatsanwaltschaft war das nicht genug. Sie legte Berufung ein.

Vor dem Landgericht München II wurde der Fall nochmal aufgerollt. Der Angeklagte bestritt den Vorwurf nicht, konnte sich aber angeblich nicht mehr so recht erinnern. „Ich kann’s nicht mehr sagen, ob ich das so gesagt habe.“ Es sei Fußball im Fernsehen gelaufen, und er habe sich über das Spiel geärgert. Außerdem habe er ein bisschen was getrunken. In der Halbzeit sei er in den Keller gegangen, um etwas zu holen. Von diesem Zeitpunkt an wisse er nichts mehr. Jedenfalls sei ihm keine konkrete Person gegenüber gestanden. Seine Frau habe ihn im Treppenhaus schreien hören, habe aber nicht verstanden, was er brüllte. „Ich habe mich entschuldigt, falls ich so etwas gesagt habe“, so der Angeklagte. „Ich könnte mich selber hauen dafür, dass sowas aus meinem Mund rauskommt.“

Der Vorsitzende Richter fragte schließlich die Staatsanwaltschaft, ob sie die Berufung gegen das Weilheimer Urteil zurücknehmen wolle. Auch die Staatsanwältin nahm den Angeklagten nochmal ins Gebet: „Das hätte anders ausgehen können, behalten Sie das im Hinterkopf.“ Es sei jedoch auch eine Situation gewesen, in der dem Angeklagten die Sicherung durchgebrannt sei. Das Urteil sei milde, aber in Ordnung. Sie nahm die Berufung zurück, womit 1100 Euro Geldstrafe blieben. gut

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