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Taucher der Feuerwehr Wolfratshausen wurden am Dienstag Nachmittag zum Einsatz nach dem Sprungturm-Unglück nach Weilheim geflogen.

Sprungturm im Badesee umgestürzt

Weilheim - Schreckminuten am Dietlhofer See bei Weilheim. Mitten im Badetrubel kippte der schwimmende Sprungturm um – offenbar wegen Überlastung und übermütiger Badegäste. Der Staatsanwalt ermittelt.

Dietlhofer See, kurz nach 17 Uhr: Der Sprungturm schwimmt Kiel oben im See. Rund um die Badestege haben Einsatzkräfte der Polizei eine Absperrung gezogen, um Platz für einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und BRK zu schaffen. Der Notruf war um 16.49 Uhr eingegangen. Was war passiert? „Der Drei-Meter-Sprungturm ist aufgrund von Überbelastung durch das Gewicht von rund 50 Personen fast um 180 Grad gekippt“, teilte die Polizei vor Ort mit. Trotz der Verankerung durch vier Seile habe der Turm zu viel Spielraum gehabt, so dass er habe umkippen können.

Bilder vom umgestürzten Turm und der Rettungsaktion

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Mit Ruderbooten umrundeten Rettungskräfte den Sprungturm. Währenddessen landete ein Polizeihubschrauber auf der abgesperrten Liegewiese und brachte zwei Polizeitaucher aus Wolfratshausen. „Wir mussten ja vom Schlimmsten ausgehen, nämlich, dass unter Wasser Personen eingeklemmt sind“, berichtet der Einsatzleiter Anton Kappendobler.

Um 18.30 Uhr gab die Polizei Entwarnung: „Es ist nahezu gesichert, dass keine Personen verletzt, vermisst oder tot sind.“ Kappendobler: „Wir haben Glück gehabt.“ Zuvor schallten Durchsagen über das Badegelände, die dazu aufforderten, sich zu melden, wenn jemand vermisst werde. Doch laut Polizei meldete sich niemand. Augenzeugen berichteten, dass die Badegäste sich auf einer Seite des Sprungturms zusammengedrängt hatten. „Die haben zum Wippen angefangen, irgendwann ist dann der Turm umgefallen“, berichtete ein Augenzeuge.

Erst im April 2008 war der Sprungturm im Dietlhofer See eingeweiht worden – er hatte ein Vorgängermodell am Seeufer ersetzt. Der neue Turm hat ein Dreimeter- und ein Einmeter-Sprungbrett, die in entgegengesetzte Richtungen zeigen. Die Insel wurde an einem Betonanker mit Ketten im See verankert und schwamm in vier Meter tiefem Wasser. Gestern Abend wurde die Konstruktion ans Ufer gezogen. Das Gerät ist sichergestellt – Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln, ob ein technischer Defekt vorlag.

Von Felix Buchner und Dirk Walter

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