Initiator des Treffens war der Schongauer Bio-Bauer Franz Ressle, hier im Gespräch mit Landrat Dr. Friedrich Zeller; rechts Veterinäramtsleiter Dr. Konrad Renner. Foto: Gierig

Tiefer Konflikt wegen Blauzungenkrankheit

Weilheim - Eigentlich als Annäherung gedacht, geriet ein Gespräch zwischen Bauern und Weilheim-Schongaus Landrat zur hochemotionalen und teils erbittert geführten Kontroverse.

Die Fronten zwischen Befürwortern und Gegnern der Impfung gegen die Blauzungenkrankheit bleiben verhärtet. Das zeigte ein Treffen am Mittwochabend im Landratsamt zwischen Landrat Dr. Friedrich Zeller, Dr. Gudrun Wieland vom Weilheimer Veterinäramt und dessen Leiter Dr. Konrad Renner auf der einen sowie rund 40 Landwirten, die die Zwangsimpfung und Bußgelder für Verweigerer ablehnen, auf der anderen Seite.

Immer wieder von hämischem Lachen, Zwischenrufen und Kopfschütteln unterbrochen wurden die Ausführungen von Veterinärarzt Dr. Konrad Renners, der von einer „klaren Rechtslage“ sprach, die „die Impfung zwingend“ vorschreibe: „Wir können gar nicht anders, wir müssen sie umsetzen“, sagte er. Unterstützung bekam er von seinem Dienstherren. Landrat Dr. Zeller, der sagte, dass es sich nicht um „kreiskommunale Angelegenheiten“, sondern um eine „Frage des Staatsvollzuges“ mit ihm als „unterstem Verwaltungsbeamten“ handele

Der Zorn der Besucher galt vor allem Renner, der keinen Hehl daraus machte, dass er auch aus fachlicher Sicht hinter der Impfung stehe, weil sie ein „dramatisches Krankheitsgeschehen“ deutlich eingedämmt habe: in Bayern von 282 Fällen der Blauzungenkrankheit im Jahr 2007 auf bislang fünf Fälle heuer.

Elisabeth Schwab aus Eglfing etwa („Ich war zuerst für die Impfung.“) klagte über Impfschäden von rund 10 000 Euro bei 25 Kühen und fragte: „Wer gibt uns die wieder?“ Vroni Speer, Bio-Bäuerin aus Rottenbuch, kündigte an, ihre Kühe demnächst über die Echelsbacher Brücke zu treiben, „weil der Landkreis Garmisch-Partenkirchen gar nichts gegen Impfverweigerer unternimmt“. Anders im Landkreis Weilheim-Schongau: Dort zahlte beispielsweise der Peißenberger Landwirt Josef Wiedemann 700 Euro Bußgeld für die Nichtimpfung seiner Tiere, da ihm mit der Sperrung seines Kontos gedroht worden sei.

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