Für die Kolpingsfamilie in Peißenberg – hier eine Aufnahme von der Sammelaktion im vergangenen Jahr – ist das Altpapier eine wichtige Einnahmequelle.  Gronau/Archiv Gronau/Archiv

Recycling

Tonnenweise Vereinsförderung durch Altpapier

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Zu den Dingen, die den Landkreis Weilheim-Schongau bundesweit einzigartig machen, gehört auch die Altpapierentsorgung, die komplett die Vereine übernehmen. Doch die haben einige Probleme, die Entsorgung sicherzustellen.

Landkreis – Die Zeiten ändern sich, sagt Fritz Raab, Geschäftsführer der Erbenschwanger Verwertungs- und Abfallentsorgungsgesellschaft (EVA). Auch in Sachen „Altpapier“. So ist das Aufkommen an „normalem“ Altpapier – Prospekte und Illustrierte beispielsweise – leicht rückläufig. Dafür gibt es in Zeiten des Online-Handels immer mehr Kartonagen von all den Paketen, die entsorgt werden müssen. Das stellt auch die Vereine im Landkreis, die flächendeckend für die Altpapierentsorgung verantwortlich sind, vor neue Herausforderungen: „Ein Stapel Karton wiegt nur rund ein Fünftel von dem, was ein Stapel Altpapier wiegt“, rechnet Raab vor.

Man braucht also mehr Platz im Auto, um dieselbe Menge Altpapier zu sammeln. Dennoch sei das System, auf die Unterstützung der Vereine zu bauen, nach wie vor eine Erfolgsgeschiche, so Raab. 180 Vereine im Landkreis haben im vergangenen Jahr 10.507 Tonnen Altpapier gesammelt. Ihr Lohn: rund 550.000 Euro überwies die EVA auf die Vereinskonten. Geld, das die Vereine gut gebrauchen können.

Und doch gelingt es heuer nicht ganz, die Altpapiersammlung flächendeckend ausschließlich über die Vereine abzuwickeln. Dabei gilt: Je größer die Gemeinde, desto schwieriger ist es, all das Altpapier einmal im Monat einzusammeln. Allein in Weilheim kommen monatlich rund 150.000 Kilogramm Altpapier zusammen, die die Vereine im Wechsel einsammeln und zu einem festgelegten Ablageplatz bringen.

„Wir sind in einem steten Gesprächsprozess mit den Vereinen und springen ein, wenn es Probleme gibt“, sagt Raab. Heuer wird beispielsweise eine Firma beauftragt, im Juni und im August die Altpapierentsorgung in Weilheim zu übernehmen. „Im Juni konnte der Verein die Abfuhr nicht sicherstellen“, berichtet der EVA-Chef. Und wenn man ohnehin schon eine Firma beauftragt hatte, wurde kurzerhand auch noch ein Zusatztermin im August eingeschoben. „Gerade in Weilheim haben die Bürger sonst Probleme, das Altpapier zwei Monate lang zwischenzulagern“, so Raab.

In Penzberg wurde das Stadtgebiet in vier Bezirke aufgeteilt, damit auch kleinere Vereine die Möglichkeit haben, ihre Vereinskasse aufzubessern. Drei Bezirke teilen sich verschiedene Vereine untereinander auf, der vierte Bezirk wird heuer komplett von einer Fachfirma betreut.

Im Rest des Landkreises laufe die Altpapierentsorgung ganzjährig komplett in der Regie der Vereine, berichtet Raab weiter. Wobei es durchaus erhebliche Unterschiede gebe, wie groß das Altpapieraufkommen in den einzelnen Gemeinden ist. Spitzenreiter 2017 war die Gemeinde Bernried mit 102 Kilogramm Altpapier pro Einwohner und Jahr, knapp gefolgt von Sees-haupt mit 91 Kilo und Penzberg mit 89 Kilo. Schlusslicht im Landkreis war indes Ingenried mit gerade einmal 62 Kilogramm pro Einwohner und Jahr.

Für die Vereine zählt dabei jedes Kilo. Pro Tonne Altpapier, das gesammelt wird, zahlt die EVA 48 Euro an den jeweiligen Kassier. Einen Zuschlag von 30 Euro pro Tonne gibt es, wenn sortenrein abgeliefert wird. Wer also den Vereinen im Ort etwas Gutes tun möchte, der bündelt seine Zeitungen, Zeitschriften und Prospekte und die Kartonagen gesondert. Das freut den Sammler.

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