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Ländlich geprägt ist der Pfaffenwinkel mit vielen grünen Wiesen und Seen. Er liegt zwischen den Alpen und der Landeshauptstadt - München und die Berge sind bequem und schnell erreichbar. Die Besucherzahlen sinken jedoch leicht.

Tourismusverband über die Urlaubsregion „Pfaffenwinkel“

Mehr Gäste, weniger Übernachtungen

Landkreis - Der Tourismus in Bayern boomt, vor allem in der Landeshauptstadt. Die Tourismusregion Pfaffenwinkel leidet jedoch wie viele andere kleinere Regionen unter stagnierenden  Zahlen.

Susanne Lengger, Geschäftsführerin des „Tourismusverbandes Pfaffenwinkel“.

Der Tourismus in Bayern boomt, Jahr für Jahr steigen die Übernachtungs- und Umsatzzahlen. Davon profitiert im Wesentlichen die Landeshauptstadt. Die Tourismusregion Pfaffenwinkel leidet wie viele andere kleinere Regionen unter stagnierenden oder leicht sinkenden Zahlen, so Susanne Lengger, Geschäftsführerin des „Tourismusverbandes Pfaffenwinkel“, bei der Verbandversammlung in Weilheim, bei der sie die Zahlen für 2014 und einen Überblick über 2015 präsentierte.

774 000 Übernachtungen wurden 2014 im Bereich des Tourismusverbandes gezählt, dem die meisten Gemeinden des Landkreises und Bad Bayersoien angehören. Zum Vergleich: 1,14 Millionen Übernachtungen waren es in etwa im Nachbarlandkreis Starnberg und sogar 4,38 Millionen im Landkreis Garmisch-Partenkirchen.

Laut Lengger ging die Zahl der Übernachtungen im Verbandsgebiet 2014 um 1,3 Prozent nach oben, 2015 sei sie wieder leicht gesunken. Auffällig sei, dass die so genannten Gästeankünfte deutlich zugenommen hätten, die Verweildauer indes weiter zurückgegangen sei. Sie liegt momentan bei 3,9 Tagen. Die über 200 000 Gästeankünftesind so viel „wie seit den 90er Jahren nicht mehr“, so Lengger, die bei Messen, wie jüngst bei der „f.re.e“, allerdings ein „eher verhaltenes Interesse“ an einem Urlaub im Pfaffenwinkel – und nicht nur dort – ausgemacht hat. Das bestätige den Trend, wonach die Region München immer stärker auch von Geschäftsreisenden nachgefragt und Urlaube immer kurzfristiger gebucht würden. „Kleinere Regionen“ werden einfach nicht so wahrgenommen“, sagte Lengger. Ob der G 7-Gipfel im Juni 2015 der Region ein Übernachtungsplus beschert hat, konnte Lengger nicht sagen. „Manche sind wegen des Gipfels gekommen, manche sind genau deswegen weggeblieben.“

Ein wichtiger, aber wenig erforschter Faktor für den Tourismus hierzulande seien die Tagesgäste. Laut Lengger gab es 2014 rund 5,4 Millionen Tagesreisende, also Menschen, die einen Ausflug in die Region machten, aber nicht dort übernachteten. Die gaben im Schnitt, 21,50 Euro aus, was für den Landkreis rund 3420 Vollzeitstellen bedeutet.

Heuer möchte der Tourismusverband seinen Online-Auftritt verbessern. Immerhin 141 000 Menschen waren im vergangenen Jahr auf der Seite www.pfaffen-winkel.de – so viele wie noch nie. Im März erscheinen sieben Kurz-Filme über die Region, für die der Tourismusverband Zuschüsse aus dem Leader-Programm bekommen hat. Insgesamt hat die Produktion rund 30 000 Euro gekostet.

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