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Symbolfoto.

Sanitäter zeigte Schongauer an

Vergessen, den Joint wegzuräumen

Als ein Sanitäter einen Schongauer behandelte, entdeckte er bei ihm einen Joint und zeigte ihn darum an. Der 54-Jährige erhielt eine Geldstrafe. 

Schongau – „Ein gewisses Pech räume ich ein, aber es bleibt eine Straftat“, sagte Weilheims Amtsrichterin Christiane Serini zu einem 54-jährigen Frührentner aus Schongau. Der wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, weil er in seiner Wohnung zufällig mit einigen weichen Drogen erwischt worden war. Wie es dazu kam, schilderte er ausführlich vor Gericht.

Der Frührentner hatte sich während des Oktoberfestbesuchs in München im vergangenen Jahr als Unbeteiligter in einen Streit eingemischt. Eine Frau wurde geschlagen, und auch er trug bei seinen Schlichtungsversuchen nicht unerhebliche Verletzungen davon. Unter anderem brach dabei sein Brustbein. Diese Verletzung wurde aber erst in seiner Wohnung in Schongau festgestellt. Der Frührentner hatte aufgrund seiner Schmerzen nach seiner Heimkunft die Sanitäter gerufen. Dass er dabei vergaß, einen angerauchten Joint wegzuräumen, wurde ihm zum Verhängnis. Die Sanitäter hatten den Joint gesehen und die Polizei benachrichtigt.

Bei der Durchsuchung fanden die Beamten noch diverse andere weiche Drogen und stellten diese sicher. Marihuana war dabei und diverse Amphetamine – alles nach Aussage des Angeklagten nur für den Eigengebrauch.

„Bekomme ich die wenigstens wieder?“, erkundigte sich der Frührentner zur Überraschung der Richterin. „Vielleicht könnten Sie einmal überlegen aufzuhören“, so Serini zum 54-Jährigen.

Der zeigte sich vollkommen uneinsichtig. „Ich bin 54 Jahre alt, ich brauche keine Belehrung mehr“, sagte er verärgert. Schon sein Leben lang hat der Schongauer nach eigenen Angaben mit Drogen zu tun gehabt und hat das Ganze seiner Überzeugung nach voll im Griff. Immer wieder versuchte er vor Gericht, seinen Drogenkonsum zu bagatellisieren. „Es gibt schlimmere Dinge als das“, sagte er. Die Richterin ließ sich jedoch nicht darauf ein. „Wir brauchen hier keine Diskussionen über eine Verharmlosung von Drogen“, erklärte Serini.

Der einschlägig vorbestrafte Schongauer hat schon sieben Eintragungen im Bundeszentralregister angehäuft. Eine Tatsache, die Richterin Serini bei ihrem Urteil für ihn negative verbuchte. „Sie sind kein Ersttäter.“ Der Angeklagte zeigte sich verärgert über die Geldstrafe von 100 Tagessätzen zu je 23 Euro. „Mir bleibt die Spucke weg. Wegen so ein bisschen Haschisch eine solche Strafe“, schimpfte er. Aber die Richterin sah das anders. „Das ist eher ein Geschenk. Bei Ihren Vorstrafen hätte man auch locker eine Bewährungsstrafe geben können.“

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