Genießer beim Strobl: Sebastian Horn, Florian Rein und Peter Horn (v.l.) bei der – ganz akustischen – letzten Zugabe. bretting

Verrückte Zeiten, coole "Fishbones"

Oberhausen - In den Hitparaden waren die „Bananafishbones“ vor zwölf Jahren. Aber was tun sie jetzt? 190 Zuhörer wollten dies am Freitagabend in Oberhausen genauer wissen.

Im Stroblwirt versprach das Tölzer Trio ein „Unplugged-Konzert“ - was freilich leicht geflunkert war, schließlich gab es am Ende doch recht satt arbeitende Lautsprecher. Die Grundversprechen aber wurden gehalten: Peter Horn spielte die Melodien nicht elektrisch, sondern auf dem abgehangenen Schinken einer Aufkleber-bepflasterten Akustikgitarre. Dazu gab’s musikalisch echte Inspiriertheit und auch neu komponierte Songs.

Lakonische Worte zeigten auf, wo sich das Erlauschen des Textes besonders lohnte, etwa bei „Rosaly“. Drummer Florian Rein unterstützte das Bild des zarten Mädchens akustisch mit Schlägen aufs Metallxylophon. Mit einer rebellischen Wut gegen das Schicksal besang Sebastian Horn dazu die Verzweiflung einer Querschnittgelähmten: emotional packend.

Trotz unklarer politischer Situation und dem Ende des Mayakalenders wahrt der Frontmann eine coole Philosophie: „Die Zeiten sind verrückt, doch ich lass’ mich nicht verrückt machen.“ Für Ansagen wie diese gab’s spontane Jubelausbrüche im Publikum. Dieses reagierte mitgerissen und ergänzte den Beifall mit Tischklopfen, mit Getrappel und frenetischem Pfeifen.

Als dann erst kurz vor 23 Uhr der Hit vom „Easy Day“ über die Bühne fegte, hatte man kein bisschen das Gefühl, zuvor in der Warteschleife gesteckt zu haben - dank fetzigem Liedermacher-Rock und munteren Texten über Alltags-Missgeschicke. „One day, I’ll crack the jackpot“: Gar nicht nötig, diese Musik ist schon Gewinn genug.

Andreas Bretting

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