22 Ziffern umfasst die neue IBAN. Foto: dpa

Viel Geschimpfe über die IBAN

Landkreis - Proteststurm der Bankkunden gegen die 22-stellige Nummer blieb zwar aus, viele brauchen aber noch Hilfe.

Seit 1. Februar gilt es: Die gute alte Kontonummer hat bei Überweisungen ausgedient. Nun müssen auch Privatkunden die 22-stelligen IBAN-Nummern in die Formulare einfügen, wenn sie Geld von einem Konto auf ein anderes transferieren wollen. IBAN steht für „International Bank Account Number“ („Internationale Bankkontonummer“) und BIC für „Bank Identifier Code“.

Lästig ist die Prozedur für alle Bankkunden, besonders aber die ältere Kundschaft tut sich mit den langen Zahlenreihen schwer. Das bestätigt der Pressesprecher der „Vereinigten Sparkassen“, Robert Christian Mayer. Der große Aufschrei gegen die ellenlangen Nummern blieb in den Filialen der Sparkassen aber bislang aus. Das liegt nach Mayers Meinung auch daran, dass die Kundschaft rund zwei Jahre Zeit hatte, sich an diese Umstellung zu gewöhnen.

Seit Ablauf der Übergangsfrist sei es aber an der Tagesordnung, dass Kunden beim Ausfüllen der Überweisungsformulare in der Sparkasse vor sich hinschimpfen oder grummeln, ausfällig sei aber noch kein Kunde geworden. Dass sich die Bürger über die neuen 22-stelligen Nummern ärgern, dafür haben Mayer und seine Kollegen Verständnis: „Das ist ganz selbstverständlich.“

Wenn die IBAN-Nummer aus vielen verschiedenen Zahlen bestehe, sei es einfacher, sie zu erkennen, wenn allerdings mehrere gleiche Ziffern aneinandergereiht seien, bereite die lange Zahlenfolge durchaus Probleme. Derzeit prüfen die Mitarbeiter der Sparkassen besonders genau, ob die Überweisungsformulare richtig ausgefüllt wurden. „Wenn wir entdecken, dass etwas falsch ist, bessern wir nach“, sagt Mayer. Auch, wenn Überweisungen mit Kontonummer und Bankleitzahl versehen bei der Sparkasse eingeworfen werden, würden diese nicht abgelehnt. Den Kunden, die mit überholten Kennzahlen zum Schalter kommen, werde aber weitergeholfen, so Mayer.

Die Sparkasse hat bereits seit rund einem Jahr neue Überweisungsformulare ausgegeben, Von den Altbeständen werden noch maximal zehn Stück pro Tag in den Filialen abgegeben.

Überweisungen auf alten Vorlagen werden bei der Sparda-Bank nicht mehr ausgeführt. Wenn solche Belege nach dem 1. Februar bei der Sparda eingehen, „werden sie unbearbeitet an den Auftraggeber zurückgeschickt“, teilt eine Sprecherin der Bank mit. Dennoch blieb auch hier der große Protest gegen IBAN und BIC aus: „Es gibt seit der SEPA-Einführung zum 1. Februar 2014 keine nennenswerten Reaktionen unserer Kunden; eher eine generelle Unzufriedenheit mit der EU wegen der Einführung von IBAN und BIC“, so die Sprecherin.

Die Sparda-Bank bietet auch keine Möglichkeit, die 22-stelligen Nummern in Kontonummern zu konvertieren und umgekehrt. Sowohl die Sparkasse als auch die „VR-Bank Werdenfels“ haben einen IBAN-Rechner auf ihren Internetseiten, mit dessen Hilfe sich die Kontonummer schnell in die passende IBAN verwandelt.

Wie Michael Schuldes, der Bereichsleiter des Vorstandsstabs der „VR-Bank Werdenfels“, sagt, hielt sich die Empörung über die neuen Vorgaben in den Filialen der Bank im Landkreis in Grenzen. „Die Umstellung war seit geraumer Zeit vorbereitet, und es läuft im Wesentlichen gut“, sagt Schuldes. Es gebe zwar immer wieder Schwierigkeiten mit Übertragungsfehlern, „aber der große Aufstand blieb aus.“

Bei allem Verständnis dafür, dass die langen Zahlen für Ärger bei der Kundschaft sorgen, sieht Schuldes auch einen Vorteil: „Auslandsüberweisungen waren früher viel aufwändiger.“

Die HypoVereinsbank in Weilheim weist ihre Kunden auf ihrer Hompage explizit auf die Neuerungen hin, inklusive IBAN- und BIC-Umrechner.

Kathrin Hauser

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