Vorschau 2017 „Musik im Pfaffenwinkel“

Bewährte Kräfte und junge Stimmen

Die Konzertreihe „Musik im Pfaffenwinkel“ setzt in diesem Jahr auf Klassiker. Zum Saisonstart gedenkt sie  des verstorbenen Schirmherrn  Roman Herzog.

Landkreis – Pressereferentin Sabine Sander und Christian Fröhlich, künstlerischer Leiter der Konzertreihe „Musik im Pfaffenwinkel“, strahlen um die Wette, wenn sie auf die vergangene Saison zurückblicken. In Benediktbeuern und der Wies war man ausverkauft, auch Konzerte in Polling und Schongau waren 2016 glänzend besucht. Wachsendes Interesse gibt es auch für die unterhaltsamen Konzerteinführungen in Herzogsägmühle. Schongaus Musikschulleiter Karl Höldrich und Fröhlich geben dort auch heuer wieder fundiert, aber nicht akademisch steif, Einblicke in Geschichte und Struktur der Werke.

Der „Gemischte Chor im Pfaffenwinkel“ hat sich mittlerweile auf stattliche 80 Mitglieder gemausert, auch aus Kempten, Landsberg und Füssen reisen begeisterte Sängerinnen und Sänger zu den wöchentlichen Proben an. Heuer steht der Chor vor einigen Wiederaufnahmen von Werken, die bereits zum Repertoire gehören – wie Haydns beliebte „Theresien-Messe“ oder Rossinis „Messa di Gloria“, die der verstorbene Gründer der Konzertreihe, Joseph Kraus, 1982 zur deutschen Erstaufführung in der Wies brachte.

Bereits zum dritten Mal genießt „Musik im Pfaffenwinkel“ zum Saison-Auftakt die Gastfreundschaft der Basilika Benediktbeuern. Am 28. Mai möchte man dort mit dem Requiem vom Gabriel Fauré dem jüngst verstorbenen Ex-Bundespräsidenten Roman Herzog gedenken, der fast drei Jahrzehnte Schirmherr der Konzertreihe war. Mit Ruhe und Bedacht soll zu einem späteren Zeitpunkt über eine Nachfolge gesprochen werden. Im zweiten Teil spielen Mitglieder des Bayerischen Staatsorchesters Brahms’ Sinfonie Nr. 2. Der häufig mit musikalischer Schwermut und dunklen Klangwolken assoziierte Hanseat verbrachte 1877 erstmals einen Sommerurlaub am Wörthersee. „Da fliegen die Melodien, daß man sich hüten muß, keine zu treten“, soll er begeistert über die Landschaft geschrieben haben. Von der Gegend inspiriert, entstand seine 2. Sinfonie.

Bei der Solistenauswahl setzt „Musik im Pfaffenwinkel“ 2017 verstärkt auf den Opern- und Konzertnachwuchs. Vor allem von der Bayerischen Staatsoper sind junge Stimmen eingeladen. „Wir beraten uns hier im Team, und ich schätze dies Engagement im Vorstand sehr“, berichtet Fröhlich. Mit einer „mozärtlichen Überraschung“ wartet man in der Wies beim zweiten Konzert am 2. Juli auf. Das Wolferl war acht Jahre, als es seine 1. Sinfonie in Es-Dur schrieb. Sie gilt es zu bestaunen, ehe Julian Shevlin, Konzertmeister der Münchner Philharmoniker, Mozarts A-Dur-Violinkonzert interpretiert. Mit Haydns „Theresienmesse“ bleibt man danach ganz im Klangbild der Wiener Klassik. Licht und Farbe Italiens können die Wiesbesucher im dritten Konzert am 16. Juli erspüren. Denn zu Rossinis „Messa di Gloria“ gesellt sich Mendelssohns „Italienische“ Sinfonie.

Dass es auch um den Instrumentalnachwuchs gut bestellt ist, beweist das Konzert „Junge Künstler – Alte Meister“ im Pollinger Bibliotheksaal (23. Juli) – mit Carmen Steinmeyer (Harfe), Katharina Ehlich (Flöte), Alexander Maria Wagner (Klavier) und Moritz Kraus (Gitarre). In die Schongauer Stadtpfarrkirche führt ein Chor-Sonderkonzert mit Rokoko-Kleinodien am 8. Oktober (Eintritt frei). Die traditionelle Adventsmusik rundet am 10. Dezember in der Wies das Jahresprogramm ab.

Kartenvorverkauf

beim Ticketservice in der Sparkasse am Marienplatz Weilheim sowie telefonisch unter 08861/2194138.

Info: musikimpfaffenwinkel.de.

Dorothe Fleege

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