+
Informierten über Borkenkäfer und Hackschnitzel: (v.l.) Markus Lindner (Kaminkehrermeister), Toni Oppenrieder, Georg Leis (Kirchenverwalter), Judith Dangel, Andreas Scharli, Bürgermeister Georg Leis, Georg Goldhofer und Marco Walbrecker. 

Es gibt ein Überangebot

Hackschnitzel-Flut durch Borkenkäfer-Plage

„Wohin mit dem Käferholz“ hieß das Thema des Pressegesprächs, zu dem die „Energiewende Oberland“ eingeladen hatte. Zentrales Thema war der Befall durch Borkenkäfer, mit dem Waldbesitzer derzeit zu kämpfen haben. Über die Problematik sprachen Förster Marco Walbrecker und Georg Goldhofer von der Waldbesitzervereinigung Weilheim.

Eberfing– Das Käfer-Problem besteht vermehrt seit dem Orkan „Niklas“ im Jahr 2015. „Wir kämpfen jedes Jahr“, sagte Walbrecker. Heißes Wetter sei gut für den Käfer, aber schlecht für die Bäume. Es sei schwierig, den Schädling rechtzeitig zu finden. „Alle 14 Tage gehen wir in den Wald und begutachten jeden Baum“, so Walbrecker weiter. Jetzt, da es heiß ist, „geht es dem Käfer prächtig. Dadurch verändert sich die Waldlandschaft, wir verlieren Holz“, berichtete Walbrecker.

Zur Hackschnitzel-Lagerung meinte der Fachmann: „Große Haufen sind gefährlich für den Wald, da kann sich der Käfer erfolgreich vermehren.“ So sollten die Hackschnitzel rund 500 Meter vom Wald entfernt gelagert werden. „Es ist mühsam, den Wald zu schützen“, meinte der Förster abschließend.

Lesen Sie auch: Forschungsprojekt zum Starkregen: Weilheim als Pilotkommune?

Das Geschäft mit Hackschnitzeln läuft gut, freut sich Georg Goldhofer von der Waldbesitzervereinigung, doch „leider besteht seit drei Jahren ein Überangebot. Wir liefern bis nach Österreich, weil uns hier die Abnehmer fehlen“.

Ein Wärmelieferant und Nutzer aus der Region ist der Bus-Unternehmer Toni Oppenrieder aus Eberfing. Erheizt seit 25 Jahren mit Hackschnitzeln und hat zwei Anlagen in Betrieb. „Das sind kurze Wege und klimaneutrale Brennstoffe“, sagt er. Versorgt werden sechs Wohnungen, der Bus- und der Betriebshof.

EWO-Fachberater Andreas Scharli zeigte am Beispiel des neuen Wärmeverbunds in Eberfing, worin die Vorteile bestehen. Durch die Nutzung von Energieholz werde der Verbrauch von fossilen Energieträgern wie Heizöl vermieden. Für ihn ist die kleine Lösung mit der Kirche in Eberfing sinnvoll. Doch habe es drei Jahre gedauert, bis die Kirche angeschlossen wurde, der Vertrag läuft zwölf Jahre.

Riesenangebot an Biomasse

Zum Schluss gab Judith Dangel, Klimaschutzbeauftragte des Landkreises, einen Überblick über die regenerative Wärmeversorgung im Landkreis. So beträgt der Gesamtanteil der erneuerbaren Energie im Bereich „Wärme“ 13,9 Prozent und im Bereich „Strom“ 33,9 Prozent. Der Landkreis hat einen Waldanteil von 35 Prozent. In einer Studie wurde 2014 mit einem Gesamtvolumen von 38 000 Festmetern Energieholz pro Jahr gerechnet, damit könnten jährlich mindestens acht Millionen Liter Heizöl ersetzt werden. Es gebe ein Riesenangebot an Biomasse, doch 50 Prozent blieben bei Gas und Öl, sonst wäre kein Wald mehr da, so die Fachleute.

Inge Beutler

Auch hier geht es um den Wald in der Region: Klimawandel fordert drastische Maßnahmen: Waldumbau dringend notwendig

Ebenfalls interessant: Bund Naturschutz: Mobilitätswende statt Umfahrung Weilheim

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Müll kostet die Kommunen im Landkreis viel Geld: Produzenten von Einweg- und Wegwerfartikeln sollen mitzahlen 
Stadtreinigung ist eine teure Sache. Die Politik will Kommunen nun entlasten: Hersteller von Einweg- und Wegwerfartikeln sollen sich an den Kosten der Räumdienste …
Müll kostet die Kommunen im Landkreis viel Geld: Produzenten von Einweg- und Wegwerfartikeln sollen mitzahlen 
Zur Zukunft Europas machten sich nun Schüler aus Penzberg und Peißenberg Gedanken
Schüler aus ganz Bayern, die am Wettbewerb „YOUrope – es geht um dich“ teilgenommen haben, mussten sich mit der Zukunft Europas auseinandersetzen. Dazu erstellten sie …
Zur Zukunft Europas machten sich nun Schüler aus Penzberg und Peißenberg Gedanken
Schwitzen im Landkreis - so extrem war die Hitze im Juli
Der Juli war vor allem eines: heiß. Auch auf dem Hohen Peißenberg gab es einen Hitzerekord. Wetterbeobachter Siegmar Lorenz vom meteorologischen Observatorium berichtet.
Schwitzen im Landkreis - so extrem war die Hitze im Juli

Kommentare