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Ohne Hut geht nichts: Johannes Meier, leitender Bademeister in der „Rigi Rutsch‘n“ in Peißenberg. 

Schuften bei über 30 Grad 

Hundstage am Arbeitsplatz: So gehen Bademeister und Bauarbeiter im Landkreis mit der Hitze um 

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  • Wolfgang Schörner
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Brütende Hitze am Arbeitsplatz: Bei Temperaturen über 30 Grad zu schuften, ist nicht angenehm. Wir haben mit verschiedenen Berufsgruppen gesprochen. 

Landkreis – Die Hitzewelle rollt und alle stöhnen. Aber während sich die Schulkinder durchaus Hoffnungen auf frühere, hitzefreibedingten Feierabend machen können, müssen alle Arbeitnehmer auf bei Temperaturen weit über 30 Grad schuften. Wir haben uns bei verschiedenen Berufsgruppen umgehört, wie sie mit der derzeitigen Hitze umgehen:

Der Bademeister

Johannes Meier, leitender Bademeister in der „Rigi-Rutsch’n“ in Peißenberg kann mit dieser trockenen Hitze besser umgehen, als mit feuchter. Dennoch gelte es, einige Schutzmaßnahmen zu treffen, sagt er: „Wir schützen uns mit Hüten und Sonnencrème.“ Zudem komme seinen Kollegen und ihm zugute, dass sie sich nach jedem Aufguss, den sie in der Sauna machen, mit dem zehn Grad kalten Wasser aus der Schwallbrause abkühlen. „Das reicht dann wieder für zwei Stunden“, sagt Meier. Zu der allgemeinen Anstrengung, in der Hitze zu arbeiten, kommt bei den Schwimm- und Bademeistern noch, dass an diesen Tagen das Freibad besonders voll ist: „Bei heißem Wetter herrscht Hochbetrieb, man muss viel mehr aufpassen“, sagt Meier.

Der Wetterexperte

Einen heißen Arbeitsplatz hat derzeit auch Wettertechniker Ulrich Richter im Observatorium auf dem Hohen Peißenberg. Denn wenn er morgens in die ehemalige Wetterbeobachtung kommt, wo immer noch sein Schreibtisch steht, ist es dort richtig heiß. „Das Problem bei uns ist, dass es nachts auf dem Berg nicht so richtig abkühlt“, sagt Richter. Weil die heiße Luft nach oben steige, sei es entgegen landläufiger Meinung nachts auf dem Berg wärmer als im Tal. „Am Meer und in der Höhe sind die Schwankungen nicht so groß“, so der Wettertechniker. In der Nacht auf Donnerstag sank die Temperatur auf dem Hohen Peißenberg nur auf 23,1 Grad Celsius, während es im Tal auf rund 16 Grad abkühlte. Tagsüber sei es dann wieder im Tal heißer als auf dem Berg.

Die Temperaturen genau im Blick hat Wettertechniker Ulrich Richter im Observatorium auf dem Hohen Peißenberg.

Der Bauarbeiter

Hitze hin oder her – die Weilheimer Berufsschule muss errichtet werden. Und deshalb bleibt auch Dragutin Stirnic und seinen Kollegen auf der Großbaustelle nichts anderes übrig, als kräftig in die Hände zu spucken und das Beste draus zu machen. „Heute war die Höchsttemperatur bei 39 Grad. Das ist natürlich schon sehr grenzwertig. Wir arbeiten trotzdem ganz normal täglich von 7 bis 18 Uhr“, berichtet er im Gespräch mit der Heimatzeitung. Da ist es bereits später Nachmittag, aber eine Abkühlung ist nicht in Sicht. Die Sonne brennt erbarmungslos vom Himmel. „Wir können nur viel Wasser trinken, versuchen, uns nicht zu überanstrengen“, seufzt Stirnic und wischt sich den Schweiß von der Stirn. Zum wievielten Mal an diesem Tag? Er hat lange aufgehört zu zählen...

Schweißtreibend ist die Arbeit von Dragutin Stirnic auf der Großbaustelle der Weilheimer Berufsschule.

Der Arzt

An Hitzetagen wie in dieser Woche registriert die Notaufnahme an der Penzberger Klinik einen auffallend starken Anstieg an Patienten. Laut des ärztlichen Direktors Florian Brändle handelt es sich vor allem um ältere Leute. Wobei er bei den Hitzefolgen unterscheidet: Auf der einen Seite gebe es direkte Erkrankungen wie den Hitzschlag. Zum anderen gebe es aber viele Fälle, in denen bestehende Grunderkrankungen wie eine Herzschwäche durch die zusätzliche Anstrengung bei Hitze verstärkt werden. Seine grundsätzliche Empfehlung: viel trinken, auch mineralhaltige Getränke, und leichte Kost.

kh/wos/rr

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