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In Peißenberg wirbt der Gartenbauverein mit Helfertagen im Pfarrgarten St. Johann für seine Arbeit.

Obst- und Gartenbau im Landkreis

Trend zum Garteln ist ungebrochen

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Die grüne Oase mit Obst und Gemüse steht weiter hoch im Kurs: Die Gartler im Landkreis freuen sich über hohes Interesse. Rund 7500 Mitglieder zählen die Vereine.

Weilheim-Schongau – Heike Grosser ist zufrieden. „Es ist nach wie vor Interesse da“, sagt die Geschäftsführerin des Kreisverbands für Gartenkultur und Landespflege über die Obst- und Gartenbauvereine zwischen Lech und Loisach. Seit Jahren verzeichnen Gartler einen Boom. Zurück zu den Wurzeln steht hoch im Kurs. Rund 7500 Mitglieder verzeichnen die 39 Vereine laut Grosser. Ein Niveau, das sich eingependelt habe. Knapp 40 Vereinsvertreter kamen nun zur Jahresversammlung in Böbing zusammen. Beim „Haslacher“ gab es Berichte und einen Vortrag. Die Oberhausenerin Susanne Spatz-Behmenburg sprach über „Insektenfreundliche Stauden und andere Tipps“.

Im Landkreis scheint die Gartlerwelt in Ordnung. Obst- und Gartenbau haben noch eine wichtige Bedeutung, lautet Grossers Fazit. „Es bewegt sich nach wie vor etwas.“ Sie ist am Landratsamt als Kreisfachberaterin tätig und blickt zufrieden auf „das ganze Paket“ aus fachlichen Netzwerken und praktischer Wissensvermittlung, gepaart mit touristischen Anreizen durch den Gartenbau. „Wir sind in Oberbayern einmalig.“

Gerade junge Familien nähern sich Obst- und Gemüseanbau an

Dahinter steckt das Engagement vor Ort. Wie beim Verein für Gartenbau und Landespflege Peißenberg-Ammerhöfe mit seinen rund 400 Mitgliedern. Vorsitzender Matthias Hett spricht von einem „relativ stabilen Mitgliederstand“. Hett hat beobachtet, dass „gerade junge Familien mit Kindern“ sich dem Obst- und Gemüseanbau nähern. Doch Werbung in eigener Sache ist weiter wichtig für den Verein. „Zugang zu neuem Klientel“ ermöglicht laut Hett die Obstpresse, die in der ertragreichen Saison 2018 im Dauereinsatz war. Gut, dass sich die Peißenberger seit mittlerweile zehn Jahren um den Pfarrgarten St. Johann kümmern: Über die zwei Mal jährlich stattfindenden Helfertage und den Lehrgarten versuche man, „die breite Bevölkerung einzubinden“, wie der Vorsitzende sagt.

In Hohenfurch nutzte eine Jugendgruppe das Umweltpreis-Geld für den Spielplatz, hier bei der Einweihung 2015.

Viele Vereine setzen mit eigenen Gruppen auf den Nachwuchs. „Die Jugend ist stark vertreten“, würdigt Kreisfachberaterin Heike Grosser den Einsatz zwischen Antdorf und Wildsteig. „Dieser Bereich ist kontinuierlich steigend.“ Die erste Jugendgruppe im Landkreis hatte der Obst- und Gartenbauverein Hohenfurch. Die „Schönach-Spatzen“ erhielten 2011 sogar im Kreistag den Umweltpreis. Mittlerweile sind von den drei Gruppen die „Gartenwichtel“ geblieben. Diese gibt es seit sieben Jahren. Verantwortliche Michaela Fichtl zählt knapp über zehn Aktive zwischen 13 und 15 Jahren. Fichtl hält es für wichtig, gerade die Jugend an das Gartenthema heranzuführen. „Wir wollen ja auch eine gesunde Natur haben.“ Doch ohne personelle Unterstützung für die Betreuung geht es nicht, mahnt sie: „Es braucht immer die Mamas.“

Faszination für die grüne Oase

Was die Gartler vereint, ist die Faszination für ihre grüne Oase und der eigene Anbau. In Peißenberg schwärmt Vereinschef Matthias Hett: „Man weiß, dass alles naturnah und taufrisch ist.“ Aber die reine Garten-Entspannung kommt bei ihm nicht zu kurz. „Man muss das genießen können.“

Infos

bei Heike Grosser (Telefon 0881/6811207 oder E-Mail H.Grosser@lra-wm.bayern.de) sowie auf der Homepage der Gartenbauvereine.

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