Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Mit Sandsäcken musste die Feuerwehr in Penzberg stellenweise verhindern, dass Wasser in Häuser eindrang. 

31 Einsätze in Weilheim-Schongau

Unwetter hält Feuerwehren im Landkreis auf Trab

  • Christoph Peters
    vonChristoph Peters
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  • Franziska Florian
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Das Unwetter im Landkreis Weilheim-Schongau führte zu 31 Einsätzen der Feuerwehren. Dabei war Penzberg das Zentrum für Unwetter-Einsätze. 

Penzberg – 31 Feuerwehr-Einsätze im gesamten Landkreis Weilheim-Schongau: Das ist laut Christoph Fischer, Chef der integrierten Leitstelle Oberland, die vorläufige Gesamtbilanz der starken Regenfälle, die sich ab dem späteren Donnerstagnachmittag über die Region ergossen. Die Folge waren zahlreiche voll gelaufene Keller und Wasser in einigen Wohnungen mit besonderer geografischen Lage oder Bach-Nähe.

Feuerwehr Weilheim hilft in Riegsee aus

Die Gewitterzelle mit massivem Starkregen sei aus Richtung Bad Tölz herangezogen und habe an einigen „Hotspots“ in der Region mitunter massive Schäden verursacht. Besonders schwer getroffen worden sei etwa der kleine Ort Riegsee (Kreis Garmisch-Partenkirchen). Hier habe sogar das THW anrücken müssen sowie die Weilheimer Feuerwehr mit Hochwasserpumpe.

Im Kreis Weilheim-Schongau habe die Stadt Penzberg im Fokus gestanden, so Fischer. Auch im Raum Steingaden habe es „punktuell“ Einsätze gegeben sowie in Sindelsdorf. Die Weilheimer Wehr hatte fünf Einsätze, vier vollgelaufene Keller und eine überflutete Unterführung.

Penzberger Wehr hat Hilfe aus Iffeldorf angefordert

Wie der Penzberger Feuerwehr-Kommandant Christian Abt sagt, sei seine Wehr am Donnerstagabend zwischen 18 Uhr und 1 Uhr Nachts etwa 15 Mal ausgerückt. „Das Wasser ist stellenweise brutal schnell gekommen.“ So schnell, dass seine Wehr Unterstützung von der Feuerwehr aus Iffeldorf angefordert habe. Insgesamt seien etwa 35 Feuerwehrler im Einsatz gewesen.

Vor allem zwischen der Ludwig-März-Straße und der Sindelsdorfer Straße mussten zahlreiche Keller ausgepumpt werden, weil die Wiesen und das Kanalnetz die Wassermassen nicht mehr aufnehmen konnten. „Es war teilweise schon dramatisch“, bilanziert Abt. Mitunter habe die Wehr auch mit Sandsäcken oder Pumpen versucht, zu verhindern, dass Wasser in die Gebäude eindringt. Einzelne Anwohner hätten massive Schäden zu verzeichnen. Beziffern kann Abt deren Höhe aber nicht. Das müsse ein Sachverständiger bewerten.

Schwadergraben sorgte für Kopfzerbrechen in Penzberg

Ein weiterer neuralgischer Punkt in Penzberg sei der Schwadergraben im Bereich der Bürgermeister-Rummer-Straße gewesen, der wegen des massiven Niederschlags stark angeschwollen sei. „Der hat uns Kopfzerbrechen bereitet“, so Abt. Vorsorglich habe die Wehr die Anwohner in der Nacht auf Freitag gewarnt und ihnen geraten, ihre Keller auszuräumen.

Der Bach sorge bei Starkregen immer wieder für voll gelaufene Keller, so Abt. Deshalb hätten die Anwohner gelernt, damit umzugehen. Dieses Mal sei aber nichts passiert. Auch am späten Freitagvormittag war der Schwadergraben „noch gut voll“. Eine Gefahr für die Anwohner habe zu diesem Zeitpunkt aber keine mehr bestanden.

Urspring: Örtlicher Spielplatz glich einem See

In Urspring etwa regnete es laut Feuerwehrkommandant Michael Klein rund 50 Liter binnen einer halben Stunde, laut Wetterdienst waren die in Steingaden-Lauterbach gemessenen 90 Liter innerhalb von 24 Stunden Höchstmenge im Landkreis. Die Wassermassen sorgten dafür, dass der örtliche Spielplatz binnen kurzer Zeit einem See glich. Einige Wagemutige nutzten die Gunst der Stunde für eine kleine Bootstour auf dem Gewässer, bis die Feuerwehr das viele Wasser abpumpte und dem spontanen Vergnügen ein Ende bereitete. 

Den unter Wasser stehenden Spielplatz in Urspring nutzten Wagemutige für eine spontane Bootstour.

Auch um mehrere Bäume, die dem Unwetter nicht standhielten, sowie ein Haus, dessen Keller voll zu laufen drohte, mussten sich die Einsatzkräfte kümmern, berichtet Klein, der mit seinen Männern und unterstützt von der Steingadener Wehr bis 22 Uhr im Einsatz war.

Die größten Regenmengen innerhalb von 24 Stunden bis Freitagfrüh fielen laut Deutschem Wetterdienst in Steingaden-Lauterbach (90,3 Liter) und Wessobrunn-Puit (40,6), auf dem Hohen Peißenberg waren es noch 32,8 Liter und in Wielenbach 29,8 Liter.

chpe/fn/ff

Lesen Sie auch: Für die Weilheimer Feuerwehr sind die Aufzüge am Bahnhof mittlerweile zu einem Dauer-Ärgernis geworden. Immer wieder müssen sie anrücken, um jemanden daraus zu befreien.

Premiere im Landkreis: Katharina Kögl aus Eberfing ist die erste Kreisbrandmeisterin. Sie organisiert Lehrgänge und Ausbildung. Die 23-Jährige ist aktive Feuerwehrfrau – und familiär vorbelastet.

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