Erneuter Rückruf bei BMW - Mehr als eine Million Fahrzeuge betroffen

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Mächtig was los ist in der Regel vor den Schulbussen im Landkreis (wie hier in Weilheim). Für Autofahrer ist daher ständige Vorsicht geboten. 

Verstärkte Kontrollen an Haltestellen

Rund um Schulbushaltestellen: Zu wenig Ahnung von Verkehrsregeln

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Die Polizei will für mehr Verkehrssicherheit rund um Schulbushaltestellen sorgen. Dafür verstärkte sie die Kontrollen - mit zum Teil alarmierenden Ergebnissen.

Landkreis – Zur Strafe gab es einen Biss in die Zitrone. Wer an der Grundschule in Burggen, wo höchstens 30 Kilometer pro Stunde erlaubt sind, zu schnell vorbeifuhr, dem drohte ein saurer Geschmacksschock. Eine süße Belohnung gab es hingegen für diejenigen, die sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten: Sie bekamen Schokolade. „Eine gute Sache“, sagt Hauptkommissar Martin Kees. „Wir wollten das Thema in die Köpfe der Autofahrer bringen.“

Die spielerische Aktion, bei der die Schongauer Polizei gemeinsam mit Schulkindern den Verkehr kontrollierte, hat einen ernsten Hintergrund: Sie war Teil einer Initiative des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd, bei der zwischen 19. März und 18. Mai verstärkt das Verkehrsverhalten an Schulbushaltestellen untersucht wurde. Den Ausschlag dafür gaben drei Todesfälle von Kindern auf dem Schulweg im Laufe diesen Jahres.

Von einer derartigen Tragödie blieb der Landkreis bislang glücklicherweise verschont. Einen sogenannten Schulwegunfall gab es jedoch heuer auch schon in Penzberg. Ein Kind wurde vom Fahrrad gestoßen und verletzte sich leicht. „Ich hoffe, mehr passiert in diesem Jahr nicht mehr“, sagt Uwe Ledermüller, Mitarbeiter „Verkehr“ auf der Penzberger Inspektion.

17 Autofahrer erhielten eine Verwarnung

Bei den jüngsten Kontrollen verzichteten er und seine Kollegen auf die Variante mit Schokolade und Zitronen. Von 95 Autofahrern, die an Haltestellen in der Stadt überprüft wurden, waren 17 zu schnell unterwegs und erhielten eine Verwarnung. Eine alarmierende Bilanz. Ledermüller denkt, den Grund zu kennen. „Nicht einmal jeder Zweite weiß über die genauen Verkehrsregeln Bescheid“, betont er. Sie seien schlichtweg zu kompliziert und wässrig formuliert.

Als mögliches Vorbild nennt Ledermüller die USA. Dort ruht der restliche Verkehr, sobald ein Schulbus eine Haltestelle anfährt. „Da weiß jeder, was er zu tun hat“, sagt Ledermüller.

Wie wichtig das Thema ist, unterstreicht Harald Bauer, Leiter der Polizeiinspektion in Weilheim. „Es geht dabei um den Schutz unserer Kleinsten“, sagt er. Schulkinder, die gedankenlos in Richtung Bus laufen, bergen eine ständige Gefahr im Straßenverkehr. Auch die Ergebnisse, die ihm seine Kollegen nach den Kontrollen vorgelegt haben, sind ernüchternd. Von 120 Verkehrsteilnehmern waren 30 zu schnell. „Das sind natürlich deutlich zu viele“, räumt Bauer ein.

Die Beamten vertrauten bei den Kontrollen auf ihr Gefühl. Sie schätzten die Geschwindigkeiten und entschieden auf dieser Basis, wer schneller als mit Schritttempo an  den  Bussen  vorbeifuhr.

Schätzung statt Laserpistole

„Andernfalls wären die Strafen massiv geworden“, sagt Bauer. Was er damit meint: Wird die Geschwindigkeit geschätzt, beträgt das Bußgeld für die Verkehrssünder höchstens 15 Euro. Setzen die Beamten eine Laserpistole ein, die das Tempo der Autofahrer exakt bestimmt, wird es deutlich teurer. „Da sprechen wir im Extremfall von mehreren hundert Euro und einem monatelangen Fahrverbot“, so Bauer. Dies sei jedoch nicht das Ziel der Aktion gewesen.

„Wir wollten keine Führerscheine einkassieren, sondern erreichen, dass die Schulwegunfälle zurückgehen“, sagt er. Das bedeute jedoch nicht, dass die Weilheimer Polizei auch in Zukunft so nachsichtig vorgeht.

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