Konzentriert zum Groove: Ein Blick in die Posaunen- und Trompetenreihen der „großen“ Weilheimer Big Band. foto: gierig

Weilheims Big Bands: Reife Leistung, viel Vergnügen

Weilheim - Vieles war beim 21. Jahreskonzert der Gymnasiums-Big Bands wie in so vielen Jahren davor: die Begeisterung der Musiker groß, ihre Leistung stark, der Applaus stürmisch...

Und doch war diesmal etwas anders: Noch voller als sonst schien die bis ins Foyer bestuhlte Stadthalle, noch besser in Form als in den Vorjahren war vor allem die große Bigband mit ihren vielen, hörbar gereiften Oberstuflern. So hatte sich Dirigent Arthur Lehmann an ein schweres, ungeahnt modern-jazziges Programm für das insgesamt fast dreistündige Konzert wagen können:Mal wuchs aus wunderbarer Zurückhaltung wie auf Zehenspitzen („Walkin’ Tip Toe“) ein grandioser Groove. Charles Mingus‘ „Moanin’“ wiederum ließ allen Rohren freie Fahrt – und doch kein Chaos aufkommen im fröhlichen allgemeinen Gebläse. Und mit Sängerin Anamica Lindig ging’s Richtung Pop und Soul, aber vom Feinsten: Ob Van Morrisons „Moondance“ oder der von Dusty Springfield einst bekannt gemachte „Son of a Preacher Man“ – das war schlicht professionell. Andere Gymnasien wären wohl froh, wenn sie Weilheims zweite Garde als erste hätten: Auch die Junior Big Band I (Durchschnittsalter kaum 14 Jahre) präsentierte sich bestens eingespielt. Die 33 Nachwuchs-Jazzer waren Klassikern wie Dizzy Gillespies „Night in Tunesia“ ebenso gewachsen wie funkigen Tönen à la Les Hooper. Und es geht noch jünger: Die vielen Unterstufler in der Junior Big Band II sammeln oft erst seit ein paar Monaten Ensemble- und Swing-Erfahrung. Doch dem Jazznest Weilheim machen sie schon alle Ehre. Und genau das muss man sich mal wieder vor Augen halten in einer Kleinstadt wie dieser, nach Jahreskonzert Nr. 21 der mittlerweile drei Gymnasiums-Big-Bands: Dass es eben nicht selbstverständlich ist, mit wie viel Spaß und Erfolg hier rund 100 Schüler ans Jazzen und gemeinsame Musizieren überhaupt herangeführt werden. Schön, dass man das Jahr für Jahr hören kann. Magnus Reitinger

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