Inspektionsfahrt mit Minister: Bahnvertreter, Bürgermeister sowie Bundesminister Alexander Dobrindt (Vierter von links), Landrätin Andrea Jochner-Weiß und MdL Harald Kühn (Siebter von links) am Bahnhof Schongau. foto: Herold/fkn
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Inspektionsfahrt mit Minister: Bahnvertreter, Bürgermeister sowie Bundesminister Alexander Dobrindt (Vierter von links), Landrätin Andrea Jochner-Weiß und MdL Harald Kühn (Siebter von links) am Bahnhof Schongau.

Pfaffenwinkelbahn wird schneller, sicherer, komfortabler

Weilheim-Schongau - Die Pfaffenwinkelbahn soll bis 2019 schneller, sicherer und komfortabler werden: Das versprach Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt.

Der Minister machte seine Zusage nach einem Treffen mit hochrangigen Bahnvertretern und betroffenen Bürgermeistern in Weilheim. Und die Bahnvertreter versprachen dem Minister auch die Umsetzung der Pläne.

„Das ist ein Meilenstein für diese Strecke.“ Dobrindt gab sich ungewohnt euphorisch nach dem Treffen, das mit einer Bahnfahrt von Schongau nach Weilheim begonnen hatte und mit einer Pressekonferenz im Landratsamt endete. Hauptziel ist laut dem Minister die Verkürzung der Fahrzeit: Sie beträgt bislang von Weilheim nach Schongau 33 Minuten und in die andere Richtung 38 Minuten. Dank der Neuerungen soll sie dann einheitlich bei 32 Minuten liegen. Die größte Einsparung brächte der Einbau eine elektronischen Stellwerks am Bahnhof Peißenberg, damit könnte die Wartezeit des Zuges in Richtung Weilheim um fünf Minuten verkürzt werden. Planung und Bau des Stellwerks dauern rund vier Jahre, so ein Bahnvertreter.

Die Schließung der Bahnübergänge am Georgenweg in Peißenberg und in Grasla bei Oderding bringen laut Dobrindt nochmals eine Zeitersparnis von knapp zwei Minuten in beide Richtungen. Der Bahnübergang in Schönau/Oderding soll mit einer Schranke versehen werden. Die Kosten dafür (rund 600 000 Euro) teilen sich Bund, Bahn und Gemeinde Polling. Verlängern wird sich die Fahrtzeit durch den neuen Halt in Weilheim-Süd, der ebenfalls bis 2019 kommen soll (wir berichteten). In Hohenpeißenberg soll ein weiterer unbeschrankter Bahnübergang aufgelassen werden, darüber laufen erste Gespräche.

Mehr Komfort auf der Strecke und an den Bahnhöfen ist ein weiteres Ziel. Dies soll erreicht werden durch die Sanierung der Bahnhofsgebäude und Haltepunkte sowie des Umfelds entlang der Strecke. Die Bahnhöfe sollen nach und nach barrierefrei werden. In Schongau macht sich der für den Bahnverkehr zuständige Bundesminister Dobrindt für ein Pilotprojekt stark: Per Videoschaltung direkt am Bahnhof werden die Kunden mit einem Bahnmitarbeiter verbunden, der ihnen beim Kauf von Fahrkarten und Auskünften behilflich sein soll. Das gibt es in Süd-bayern bislang nicht. Auch Peiting und Peißenberg - von der Marktgemeinde war übrigens kein Vertreter bei dem Treffen - haben Interesse für dieses Projekt angemeldet. Allerdings müssen Deutsche Bahn und BRB, Letztere betreibt die Strecke, noch über die Kostenaufteilung einig werden. In Schongau soll zudem auch noch das Gleisbett saniert werden.

Verbessert werden soll auch das Mobilfunknetz, das besonders zwischen Peiting und Peißenberg schlecht sei, wie Funkmessungen der Bahn ergaben. Sicherer wird Bahnfahren durch den sogenannten technisch unterstützten Zugleitbetrieb. Dies System unterstützt Fahrdienstleiter und Lokführer. Es soll ausschließen, dass durch menschliche Fehler Züge zusammenstoßen.

Kein Sichereitsrisiko, aber wenig schön anzuschauen ist die Bahnbrücke bei Peißenberg. Die sei absolut sicher, soll dennoch im Jahre 2021 saniert werden, bis dahin sind einige Verschönerungsarbeiten geplant, so ein Bahnsprecher.

Wie viel all diese Verbesserungen kosten, steht noch nicht fest. Geld dafür steht bereit, so der Verkehrsminister. Der Freistaat profitiere in den kommenden Jahren besonders von Bundesmitteln für den Bahnverkehr, so Alexander Dobrindt mit einem Schmunzeln.

Johannes Thoma

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