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Viele Fragen hatten die Mittelschüler an den Abgeordneten Florian Streibl (Freie Wähler). 

Planspiel im evangelischen Gemeindehaus

Landtagsabgeordnete für einen Vormittag

Weilheim - Beim  Planspiel „Der Landtag sind wir!“ verabschiedeten die Mittelschüler ein Gesetz. Und sie stellten MdL Florian Streibl viele Fragen.

Argumentieren, eine Rede formulieren, mit der Gegenseite diskutieren und schließlich einen Kompromiss finden – oft ist es ein weiter Weg, bis ein Gesetz entsteht. Im Rahmen des Planspiels „Der Landtag sind wir!“ durften 73 Schüler der neunten und zehnten Jahrgangsstufen der Weilheimer Mittelschule Anfang Januar einen Schultag lang Landtagsabgeordnete sein. Das Evangelische Gemeindehaus an der Krumpperstraße hatte sich dafür in eine kleine Ausgabe des Bayerischen Landtags verwandelt.

„Das Planspiel ist ein Angebot des Landtags“, sagte Michael Zwick, Lehrer an der Weilheimer Mittelschule. „Die Schüler lernen dadurch, handlungs- und kompetenzorientiert zu handeln“. Entwickelt wurde das Konzept vor sieben Jahren vom „Centrum für angewandte Politikforschung“ (CAP) der Ludwig-Maximilians Universität (LMU) München. Matthias Jobst (28), Politikwissenschaftler aus Regensburg, ist Mitarbeiter am CAP und betreut regelmäßig die Spiele. In Weilheim war er mit Dan Sharell, einem 19-jährigen Studenten aus St. Gallen, für die Betreuung der CSU-Fraktion zuständig.

Ziel war es, dass die Schüler gemeinsam ein Gesetz zum Thema „Videoüberwachung“ erarbeiten. Dazu schlüpften sie in die Rolle von Politikern und wurden zufällig einer der vier bayerischen Landtagsfraktionen – CSU, SPD, Freie Wähler und Bündnis 90/Die Grünen – zugeordnet. Eine fünfte Schülergruppe besetzte das Pressebüro.

In den ersten Sitzungen der einzelnen Fraktionen wurden unter anderem inhaltliche Positionen abgestimmt, die Fraktionsvorsitzenden wurden gewählt, und es wurde besprochen, wer in welchem der drei Beteiligtenausschüsse mitarbeitet. Elisa Köllner, die in die Rolle einer CSU-Politikerin geschlüpft war, fand das Planspiel sehr interessant: „Mir gefällt es, weil ich mich gut in die Politiker einfühlen kann“, sagte die 15-jährige Schülerin aus Seeshaupt. „Dadurch, dass wir Politik in der Praxis kennenlernen, merke ich, wie schwer die Entwicklung und Durchsetzung eines Gesetzes ist.“

Nach den Fraktionssitzungen folgten die Sitzungen der Ausschüsse, in denen die Vertreter der Fraktionen über einen gemeinsamen Gesetzentwurf berieten. In den Ausschüssen wurde beispielsweise diskutiert, wie viele Orte in Bayern mit Videokameras überwacht werden sollen und wie lange die aufgezeichneten Daten gespeichert werden dürfen. Die 17-jährige Emilie Müller beteiligte sich rege an der Diskussion im Wirtschaftsausschuss. „Ich bin sonst nicht politisch engagiert, aber dieses Planspiel gefällt mir gut“, sagte die Weilheimerin, die in die Rolle einer SPD-Abgeordneten geschlüpft war. „Man bekommt einen viel besseren Einblick in den politischen Alltag im Landtag.“

Im Anschluss wurden in einer zweiten Fraktionssitzung die Gesetzentwürfe der Ausschüsse verglichen. Über die Punkte, in denen sich die Entwürfe unterschieden, wurde abgestimmt und ein gemeinsamer Gesetzentwurf erarbeitet, der im Plenum präsentiert wurde. Die Schüler einigten sich darauf, dass 500 recyclebare Kameras installiert werden und 500 Polizistenstellen geschaffen werden sollen.

„Ich hatte mir das Projekt eher langweilig vorgestellt, aber im Gegenteil: Ich hatte sehr viel Spaß dabei“, sagte eine Schülerin im Anschluss an die Plenumssitzung.

Im Anschluss stellte sich der Oberammergauer Politiker Florian Streibl den Fragen der Schüler. Streibl, der Landtagsabgeordneter der Freien Wähler ist, war von der Mittelschule und vom CAP eingeladen worden. Die Schüler zeigten sich sehr interessiert: Ihre Fragen reichten von Streibls Studium über seinen Parteiwechsel bis hin zu seinem Alltag als Politiker.

rm

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