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Landtagswahl 2018 - Stimmkreis Weilheim-Schongau: So viele Kandidaten wie nie - und das sind sie

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Von: Boris Forstner

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Bei der letzten Landtagswahl im Jahr 2013 waren immerhin noch zwei Kandidaten aus dem Altlandkreis Schongau am Start. © dpa/Archiv

Zwölf Direktkandidaten bewerben sich für die Landtagswahl im Stimmkreis Weilheim, so viele wie noch nie – doch wie schon 2013 kommt keiner aus dem Schongauer Land.

Weilheim-Schongau – Sechsmal Weilheim, dazu je einmal Peißenberg, Penzberg, Obersöchering und Raisting sowie Murnau, Seehausen und Gauting – das sind die Wohnorte der Landtagswahl-Direktkandidaten. Vertreter aus dem Schongauer Land sucht man vergeblich. Bei der Wahl 2013 waren zumindest noch der Peitinger Hans Hahn für die Linke und Marco Schielke (Republikaner) aus Schongau im Rennen, 2008 neben Hahn die Hohenpeißenberger Dominic Scales (SPD) und Gabriela Seitz-Hoffmann (Grüne), während die Kandidatenliste 2003 ebenfalls Schongauer-Land-frei war. Auch der östliche Landkreis rund um Penzberg ging 2013 leer aus – nur wenn man Söchering und Bernried dazuzählt, findet man zumindest 2008 und 2003 mit Klaus Breil (FDP) und Johann Gattinger (Bayernpartei) zwei Kandidaten.

Landtagswahl Bayern: Alles nur Zufall im Stimmkreis Weilheim?

Peter Ostenrieder aus Peiting hatte sich 2013 als CSU-Listenkandidat noch als Schongauer-Land-Bewerber in den Fokus gerückt, „aber nur in der Region“, sagt er. „Als Listenkandidat muss man großflächig für sich werben.“ Dass bei dieser Wahl gar kein Direktkandidat aus dem Westen dabei ist, hatte er selbst noch gar nicht registriert. Er hält es aber „wirklich für Zufall“. Denn mit Peitings Bürgermeister Michael Asam habe man beispielsweise für den Bezirkstag den SPD-Listenführer in Oberbayern am Start, „da haben wir engagierte Vertreter“.

Auch der SPD_Kreisvorsitzende Dominik Streit aus Weilheim reagiert etwas ratlos zu diesem Thema: „Jetzt, wo Sie es sagen: Stimmt, da ist keiner aus dem Raum Schongau dabei. Warum das so ist? Gute Frage, da müssen Sie die Delegierten fragen.“ Immerhin habe es bei der SPD mit Konstantin Papamichail einen Mitbewerber aus Altenstadt gegeben, mangelndes politisches Engagement könne man dem westlichen Landkreisteil also nicht vorwerfen. Anders als etwa bei der Landratswahl sei es bei einer Landtagswahl nicht so wichtig, aus welchem Teil des Stimmkreises der Kandidat komme, sagt Streit. Tatsächlich hat die SPD schon Kandidaten mit Nachbarkreisen getauscht, weil sie sich so einen Vorteil versprochen hat. Renate Dodell (CSU) war die letzte Penzberger Landtagsabgeordnete, ehe sie im Jahr 2000 nach Weilheim umgezogen ist. „Ich denke nicht, dass es gewollt ist, niemanden aus West oder Ost aufzustellen“, sagt sie. Sie erinnere sich noch gut, dass sie bei ihrer ersten Aufstellungsversammlung 1994 „riesige Unterstützung aus dem Westen“ bekommen habe.

Landtagswahl Bayern: Nur ein Kandidat aus Penzberg: Alt-Bürgermeister Mummert wundert‘s

Die Frage, warum aus dem Raum Penzberg oft keine Landtagskandidaten kommen, „habe ich mir auch schon gestellt“, gibt Hans Mummert zu. Der langjährige Penzberger SPD-Bürgermeister und Kreisrat gesteht, dass man sich in kleiner Runde immer wieder gefragt habe: „Warum haben wir eigentlich nie einen Kandidaten aufgestellt? Irgendwie hat es sich nie ergeben.“ Dabei sei die SPD in Penzberg immer stark vertreten gewesen, wobei vielleicht genau das das Manko war – „wir haben uns vielleicht immer auf die lokale Politik konzentriert“, sagt Mummert. Sogar er selbst sei nach seinem Abschied als Penzberger Bürgermeister gefragt worden, ob er nicht seinen Hut in den Ring werfen wolle, doch da hat er dankend abgelehnt – „mit 67 wollte ich mir das nicht antun“. Er ist sich aber sicher, dass ein Landtagskandidat, egal aus welcher Region und von welcher Partei, den gesamten Stimmkreis und damit auch den Raum Penzberg unterstützen werde.

Dieser Meinung ist auch Ostenrieder. Egal wer aus dem Stimmkreis Weilheim den Sprung in den Landtag schaffe, müsse dafür sorgen, dass der ländliche Raum bei Themen wie Krankenhaus, Verkehr und Schulen nicht noch weiter abgehängt werde. „Alles konzentriert sich auf die Metropole München“, klagt er. Wobei ein heimischer Abgeordneter auch verstehen müsse, dass es im Raum Schongau ganz andere Probleme gebe als in Weilheim oder Penzberg. „Dafür muss ein Bewusstsein entwickelt werden.“

Die Landtagskandidaten für den Stimmkreis Weilheim im Porträt:

Carsten Pfuhl (Piratenpartei)

Dominik Streit (SPD)

Heiner Putzier (MUT)

Harald Kühn (CSU)

Martin Zeil (FDP)

Andreas Krahl (Grüne)

Regina Schropp (Bayernpartei)

Susann Enders (Freie Wähler)

Maike Seewald (V-Partei³)

Maiken Winter (ÖDP)

Rolf Podlewski (Die Linke)

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