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Regina Schropp hat früher viel gekocht, ist aber ein wenig aus der Übung, wie sie beim gemeinsamen Kochen mit Redakteurin Kathrin Hauser gestand.

Landtagswahl 2018

Am Herd mit Regina Schropp (Bayernpartei): „Babys in der Krippe finde ich schlimm“

Beim Essen lernt man die Menschen gut kennen, heißt es. Das haben wir uns zu Herzen genommen und die zwölf Direktkandidaten für die Landtagswahl aus dem Stimmkreis Weilheim eingeladen, für uns zu kochen. Heute: Regina Schropp (Bayernpartei).

Peißenberg – Mit festen Schlägen klopft Regina Schropp das Fleisch. Sie ist geübt in der Küche, das ist sofort zu erkennen. „Ich habe mir vieles von den Köchen abgeschaut“, sagt sie – unter anderem auch, dass das Rindfleisch für Zwiebelrostbraten kräftig geklopft werden muss. Regina Schropp ist zwar gelernte Einzelhandelskauffrau, hat aber viele Jahre als Kellnerin gearbeitet. Derzeit verdient die 44-Jährige ihr Geld als Verkäuferin in der Unterwäscheabteilung bei „Mode Echter“ in Weilheim und als selbständige Lebensberaterin – in der Regel berät sie ihre Klienten am Telefon. 

Früher war Regina Schropp CSU-Mitglied, doch als in Bayern das Rauchverbot in Gaststätten eingeführt wurde, war für sie das Maß voll. „Ich bin ausgetreten“, sagt die passionierte Raucherin. Dann entdeckte sie im Jahr 2010 eine Werbeanzeige der Bayernpartei und sah sich deren Programm genauer an. Da wusste sie, wo sie politisch hingehört. „Vor allem wegen der Heimatverbundenheit und der Forderung nach Eigenstaatlichkeit. Das ist meine politische Heimat“, sagt Regina Schropp. Die Bayernpartei fordert, dass sich Bayern von der Bundesrepublik abspaltet und ein eigener Staat wird. Die Peißenbergerin ist zudem Mitglied bei der „Süd-Tiroler Freiheit“, die erreichen will, dass sich Südtirol von Italien loslöst.

Landtagskandidatin Regina Schropp (Bayernpartei) steht auf Blasmusik

Ihrem Drei-Gänge-Menue war nicht anzuschmecken, dass Schropp schon länger nicht mehr gekocht hat. Sowohl die Kürbissuppe zur Vorspeise, als auch der Zwiebelrostbraten mit Bratkartoffeln und Bohnen zur Hauptspeise als auch der Schokopudding, den es zum Dessert gab, mundeten hervorragend. Obwohl die versierte Köchin schon fast alles vorbereitet hatte, durfte der Gast beim Zwiebelreiben helfen.

In der Bayernpartei hat die 44-Jährige schnell Karriere gemacht: Im April 2010 ist sie beigetreten, schnell wurde sie zur Kreisvorsitzenden und später zur stellvertretenden Generalsekretärin gewählt. Während es in der Politik gut lief, hatte die gebürtige Bad Kohlgruberin, die mit 13 Jahren nach Peißenberg gezogen war, privat keine Glückssträhne: Ihre Ehe zerbrach. Nach vielen Jahren, die sie gemeinsam mit Ehemann und Sohn in Huglfing gelebt hatte, war Regina Schropp plötzlich auf sich alleine gestellt. Das war nicht leicht, denn sie hatte zwar als Kellnerin gearbeitet, war aber vor allem Hausfrau, Ehefrau und Mutter und musste plötzlich auch finanziell auf eigenen Beinen stehen. Als ihr Sohn Christoph 1995 geboren wurde, war es für sie selbstverständlich, dass sie sich die ersten drei Jahre ganz seiner Erziehung widmete. „Babys in der Krippe finde ich schlimm.“ 

Regina Schropp ist im Jahr 2015 wieder zurück nach Peißenberg gezogen, wo auch ihre Eltern und ihr Bruder leben. „Seitdem bin i wieder dahoam.“ Vom Balkon aus schweift der Blick weit über die Marktgemeinde. Hier im Wohnzimmer läuft Blasmusik. „Die gefällt mir total gut“, sagt sie. Ihr Herz schlägt für alles, was bayerisches Brauchtum ist, aber besonders haben es ihr die Trachtenfeste und Goaßlschnalzer angetan. Da verpasst sie keine Meisterschaft. 

Die Wohnung der Landtagskandidatin Regina Schropp sieht aus wie ein Mädchenzimmer

Ihre Wohnung am Rande von Peißenberg sieht ein wenig aus wie ein Mädchenzimmer – mit viel Rosa, viel Pink und vielen Herzen. „Auf dem Boden der Tatsachen liegt eindeutig zu wenig Glitzer“, steht auf einem altrosa Kissen. „I mog Rosa total gern“, gesteht Regina Schropp in breitem Bairisch und serviert einen französischen Aperitif – ebenfalls in Rosé. 

Ansonsten hält sie nichts von fremdländischen Einflüssen auf die bayerische Kultur. Auch nicht davon, dass Flüchtlinge hier in Deutschland und in Bayern integriert werden. Da hält sie mit ihrer Meinung nicht hinterm Berg. Ihrer Ansicht nach wissen sich die meisten Asylbewerber nicht zu benehmen, deswegen fordert sie auch „Pflicht-Benimm-Kurse“ für diese. Unter anderem dafür möchte sich Regina Schropp einsetzen, wenn sie in den Landtag einzieht. Wie sieht sie denn ihre Chancen? Wie so oft lacht sie, nimmt einen tiefen Zug von ihrer Zigarette und sagt: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“

Von Kathrin Hauser

Die Landtagskandidaten für den Stimmkreis Weilheim im Porträt:

Carsten Pfuhl (Piratenpartei)

Heiner Putzier (MUT)

Harald Kühn (CSU)

Dominik Streit (SPD)

Andreas Krahl (Grüne)

Martin Zeil (FDP)

Susann Enders (Freie Wähler)

Maike Seewald (V-Partei³)

Maiken Winter (ÖDP)

Rüdiger Imgart (AfD)

Rolf Podlewski (Die Linke)

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